Entwicklungsplan für EinrichtungenSchulen in Erftstadt brauchen mehr Platz

Die Schulen in Erftstadt sind für die Zukunft gut aufgestellt, hier ein Blick auf das Ville-Gymnasium in Liblar.
Copyright: Dr. Horst Komuth
Erftstadt – Die gute Nachricht vorneweg: Alle Grundschulen in Erftstadt sind stabil, keine ist wegen Unterschreitung einer Mindestschülerzahl in ihrem Bestand gefährdet. So lautet eine der wesentlichen Aussagen im Entwurf für den neuen Schulentwicklungsplan. Das Zahlenwerk wurde von dem Unternehmen Dr. Garbe – Lexis & von Berlepsch im Auftrag der Stadt Erftstadt erstellt und nun dem Schulausschuss präsentiert.
Mensa an Kierdorfer Grundschule ist zu klein
Allerdings besteht bei den Schulen enormer Handlungsbedarf. „Wir sehen, dass es bis auf die Kierdorfer Grundschule überall den Bedarf gibt zu erweitern“, betont Susanne Loosen (SPD), die den Ausschuss am Dienstagabend leitete. Für die Donatusgrundschule müsse noch ein spezifisches Problem gelöst werden. Die Mensa dort ist zu klein. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Immobilien- und Schulausschuss sollen Pläne für einen Neubau präsentiert und diskutiert werden.
Eine weitere große Herausforderung ist das Thema „Ganztag der Zukunft“. „Wir brauchen eine richtige Strategie. Dabei geht es um die richtigen Betreuungsformen und die Frage, wie wir mit dem Thema Elternbeiträge umgehen. Wollen wir einheitliche Träger oder verschiedene“, gibt Loosen zu bedenken.
Größter Zulauf an Donatusgrundschule in Liblar
Die Quote der Grundschulkinder, die in die Offene Ganztagsschule (OGS) gehen, liegt laut dem beauftragten Beratungsunternehmen in fast allen Einrichtungen bei über 60 Prozent. Noch müssen etwa 300 zusätzliche Plätze geschaffen werden, um in den nächsten Jahren das Ziel zu erreichen, für 75 Prozent der Kinder die Ganztagsbetreuung anbieten zu können. Ab 2026 besteht zudem ein Rechtsanspruch auf einen Platz in der OGS.
Beim Blick auf die prognostizierten Einschulungen in den nächsten Jahren zeigt sich, dass die Donatusgrundschule in Liblar den mit Abstand größten Zulauf hat. Er liegt pro Jahr im Schnitt bei über 130 Einschulungen. Die niedrigsten Zahlen mit um die 40 Einschulungen weisen die Bliesheimer Erich-Kästner-Grundschule und die Kierdorfer St.-Barbara-Concordia-Grundschule auf.
Meisten Einschulungen für 2026 prognostiziert
Die höchste Gesamtzahl an Neuzugängen erwarten die Experten für das Jahr 2026 mit etwa 520 Einschulungen, danach soll die Zahl auf etwas über 450 Kinder sinken und dann auf dem Wert stagnieren.
Stabil ist die Lage auch bei den weiterführenden Schulen. Bis 2032 wird den Berechnungen zufolge die gesamte Schülerzahl um 660 Jugendliche zunehmen. „Das dreigliedrige System aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium in Erftstadt ist zukunftsfähig. Die Hauptschule bleibt langfristig zweizügig stabil und die Gymnasien werden durch die Wiedereinführung der 13. Schulklasse wachsen, die Realschulen sind stabil“, betont Ulrike Lexis vom beauftragten Beratungsunternehmen. Insgesamt seien die weiterführenden Schulen beim Raumangebot gut aufgestellt.
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Dass die weiterführenden Schulen in Erftstadt stabile Zahlen auswiesen, sei auch der Tatsache geschuldet, dass es keine Alternativen gebe, wenden die Grünen ein. Denn nach wie vor gebe es eine Reihe von Kindern, die gerne auf eine Gesamtschule in Erftstadt gehen würden, dies aber mangels Angebot nicht könnten. Die Grünen wollten schon bei den Haushaltsberatungen für den Schulentwicklungsplan eine Elternbefragung mitfinanziert haben. Die Befragung war aber nicht in den Haushalt aufgenommen worden, daher wollen die Grünen den Antrag nun erneut stellen.