Zwei Schafe wurden gerissen und derzeit wird anhand der Proben untersucht, ob ein Wolf sie gerissen hat.
Kadaver wird untersuchtHat ein Wolf in Bergisch Gladbach zwei Schafe gerissen?

Ein Jungwolf in Norddeutschland auf der Suche nach einem eigenen Revier - solch ein Einzelgänger könnte auch in Rhein-Berg unterwegs sein.
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Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann der erste Wolf in Bergisch Gladbach nachgewiesen werden kann. In Rösrath und Kürten hat er zum Beispiel nachweislich seine Spuren hinterlassen. Am Wochenende wurden in Oberkülheim zwei Schafe gerissen, und es besteht der Verdacht, dass es ein Wolf war. Wie gesagt: Noch ist es ein Verdacht. Der Kreisveterinär und das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) mit dem Wolfsbeauftragten sind eingeschaltet, und die Proben von den Schafen werden untersucht. Gesehen hat den Wolf niemand. Die Untersuchung der Proben kann ein paar Wochen dauern. Bis dahin heißt es abwarten.
Auf der Seite von „Wolf in Nordrhein-Westfalen“ gibt es eine Rubrik, auf der werden alle gemeldeten Nutztierfälle aufgelistet. Und auf dieser Seite wird auch der Fund in Oberkülheim aufgelistet werden. Insgesamt gibt es dort bereits sechs Fälle. Im Januar 2019 wurde ein Schaf als möglicher Wolfsriss gemeldet. Eine Falschmeldung - laut Genetiknachweis war es ein Haushund. Im März 2019 wurde ein gerissener Esel gemeldet. Eine Falschmeldung - die Verletzungen wurden ebenfalls durch einen Haushund verursacht. Genauso wie bei den insgesamt sieben Schafen im gleichen Monat - immer waren es Haushunde und keine Wölfe.
Haushunde haben oft Schafe gerissen
Dann dauert es etwas. Im April 2022 gab es eine Meldung über ein verschwundenes Lamm. Im Verdacht stand der Wolf. Aber das Lamm tauchte nicht wieder auf. Im Oktober 2022 war es nachweislich erneut ein Haushund, der ein Schaf gerissen hatte.
Dann war es lange ruhig. Wölfe wurden an vielen Stellen vermutet, gesichtet und auch nachgewiesen. Im Januar dieses Jahres dann ein Wolf in Herrenstrunden - so die Vermutung nach Sichtung eines Fotos auf einer Wildkamera. Das Bild wurde an die Wolfsexperten des Landes geschickt. Bis jetzt gibt es noch keine Einschätzung.
Experten mahnen zur Ruhe
Der Sprecher von „Wolf in NRW“, Wilhelm Deitermann, ordnete gestern auf Anfrage den möglichen Wolfsriss in Bergisch Gladbach ein. „Da heißt es abwarten. Angesichts der vielen Falschmeldungen aus Bergisch Gladbach ist es auch denkbar, dass es ein Hund war.“ Rund um den Wolf gebe es immer noch eine große Aufregung. „Wir untersuchen die Proben und dann gibt es Klarheit.“ Wenn es sich um einen Wolf handeln sollte, dann wäre dies ein Jungtier, das auf der Suche nach einem Revier im Frühjahr durch die Gegend zieht. Ob dieses Tier eventuell schon bekannt ist, seine Gendaten also vorliegen, müsste dann abgewartet werden.
In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits seit 2018 wieder standorttreue Wölfe. Auf Grundlage genetischer Nachweise wurden durch das Landesumweltamt seitdem mehrere Wolfsterritorien bestätigt. Diese Areale werden durch standorttreue Einzeltiere, Paare oder Wolfsrudel besetzt. In Rhein-Berg gibt es keine nachgewiesenen Wolfsterritorien.