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Für den KatastrophenfallWo Sie die Notfall-Informationspunkte in Bergisch Gladbach finden

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Teelichter und verbrauchte Streichhölzer auf einem Tisch.

Die Stadt Bergisch Gladbach gibt bekannt, wo Bürgerinnen und Bürger im Krisen- und Katastrophenfall eine Anlaufstelle finden. (Symbolbild)

In zwei Stadtteilen von Bergisch Gladbach wird es keine Notfall-Informationspunkte geben.

Nur bei Hand und Paffrath zuckten die Politiker leicht. In diesen Stadtteilen wird die Stadtverwaltung keine sogenannten Notfall-Informationspunkte einrichten, als Anlaufstellen im Krisen- oder Katastrophenfall. Die Einwohner aus Hand und Paffrath müssen zum Nicolaus-Cusanus-Gymnasium an der Reuterstraße kommen, um im Fall der Fälle einen Notruf absetzen zu können. Das könnten dann bis zu fünf Kilometer sein, merkten Politiker kritisch an.

Die Stadt baut in den nächsten Wochen und Monaten ihren Bevölkerungsschutz aus, flächendeckend und verteilt über die Stadtteile. Zum Bevölkerungsschutz gehören längst nicht nur die Sirenen mit ihrem Heulton. Auch drei „Katastrophen-Leuchttürme“ und sieben „Notfall-Informationspunkte“ wird es künftig in der Kreisstadt geben. An den Leuchttürmen wird die gesamte kritische Infrastruktur vorgehalten, an den Informationspunkten sollen wenigstens Notrufe abgesetzt werden können.

Die Wahrscheinlichkeit eines Gladbacher Stromausfalls ist nicht allzu hoch.
Jörg Kohler, Feuerwehrchef Bergisch Gladbach

Im Ausschuss für Infrastruktur stellte Feuerwehrchef Jörg Köhler die Konzeption vor. „Die Wahrscheinlichkeit eines Gladbacher Stromausfalls ist nicht allzu hoch“, sagte er. Dennoch könne es zu Krisensituationen kommen. Beispielhaft nannte Köhler eine Bombenräumung oder ein Feuer in einem Hochhaus im Stadtteil Bockenberg. In solchen Fällen könnten plötzlich mehrere hundert Menschen betroffen sein.

Bei den Anlaufstellen setzten Stadt und Feuerwehr überwiegend auf die großen Schulzentren im Stadtgebiet: Otto-Hahn/Saaler Mühle, Kaule, Kleefeld, NCG. Weil in Sand keine weiterführende Schule ist, wird hier die Grundschule genutzt. In Schildgen fiel die Wahl auf den Bürgertreff. Auf dem Peter-Bürling-Platz in Refrath und in Moitzfeld sind zwei mobile Infopunkte geplant. Die drei Leuchttürme richtet die Stadt an den Otto-Hahn-Schulen Saaler Mühle in Bensberg ein, an der Nelson-Mandela-Gesamtschule am Ahornweg und am Schulzentrum Kleefeld, im Bereich der Stadtmitte.

Die Gerätehäuser der Feuerwehren seien hingegen als Anlaufstellen absolut ungeeignet, sagte Köhler. Ein großer Zustrom an Menschen behindere die wichtige Arbeit der Feuerwehrleute. Die Abdeckung des gesamten Stadtgebiets sei wichtig, auch für die Hander und Paffrather sei dies gegeben, antwortete Köhler auf eine entsprechende Nachfrage von Anke Außendorf (Grüne).

Bergisch Gladbach: NIPs haben unabhängige Stromversorgung

Eingerichtet werden die Anlaufstellen mit unabhängiger Stromversorgung, mit Lichtmasten, Notbeleuchtung und Funkgeräten. Nichts soll im Notfall den Betrieb lahmlegen. Kartenmaterial, aber auch normales Büromaterial muss dort vorrätig sein. Feldbetten für die Helfer sind auch eingeplant. „Wir werden mit Hinweisschildern an den Gebäuden arbeiten“, berichtete der Feuerwehrchef.

Die kleineren Notfallpunkte seien aber wirklich nur zum Absetzen erster Notrufe vorgesehen. Mehr gehe einfach nicht. Die Feuerwehr könne mit ihrem Personal nur das anbieten, was sie leisten könnte. Er setze darauf, dass sich die Informationen auch in der Bevölkerung verbreiteten. Die Stadt werde auf ihrer Internetseite ebenfalls auf die Anlaufstellen hinweisen. Auch aus Gründen der Personalsituation werde die Feuerwehr jetzt den Kontakt zu den örtlichen Vereinen suchen: Sie könnten im Einsatzfall die Notfallpunkte besetzen. Handfeste Ergebnisse gibt es bei diesem Vorschlag aber bislang nicht.

Die Fachpolitiker, die die Arbeit von Stadt und Feuerwehr ausdrücklich lobten, hatten da schon das nächste Problem ausgemacht. In großen Einkaufszentren wie der Rhein-Berg-Galerie in der Stadtmitte sei ein Sirenen-Warnton nicht zu hören. „Da haben die Sirenen ihre Grenzen“, führte Köhler aus. Um schalldichte Häuser oder ähnliches zu erreichen, müsste die Zahl der Sirenen verdoppelt werden.