Es gibt noch ein Leben ohne Karneval: Wer dem jecken Treiben entfliehen will, findet an mehreren Orten in Oberberg Entspannung.
Narrenfreie ZufluchtsorteWir geben Tipps für Ausflüge in Oberberg ganz ohne Karneval
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Keine Lust auf Skireise oder andere weite Touren? Auch in Oberberg gibt es Alternative, etwa ein Besuch mit Ruhepausen im Panarbora-Park.
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Keine Lust auf Alaaf, dicke Trumm und Pappnas? Kein Problem. Wer dem Trubel am kommenden Wochenende entfliehen will, muss nicht tatenlos zu Hause hocken. Tolle Tage mal anders: Wir haben acht Tipps, nicht nur für Karnevalsflüchtlinge aus den Hochburgen.
Tipp 1: Tierisch
„Wir haben extra für Karnevalsmuffel an allen Tagen von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag geöffnet“, informiert Marketingleiter Andre Güttler von Affen- und Vogelpark in Eckenhagen. Weil noch Winter ist, gebe es allerdings ein paar Einschränkungen: So sind manche Tiere noch im Winterquartier, die Freiflughallen nicht besetzt.
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Ein Besuch bei den Erdmännchen im Eckenhagener Tierpark ist auch an Karneval möglich.
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Ob die Fahrgeschäfte in Betrieb sein werden, hängt vom Wetter ab: „Der Techniker macht sie gerade sommerfest, die Ketten werden geschmiert. Wenn es keinen Nachtfrost gibt, könnte es klappen.“ Die Indoorhalle ist auf jeden Fall geöffnet. Güttler warnt die Karnevalsmuffel lächelnd: „Es gibt aber keine Garantie, dass sich nicht doch ein paar kleine Clowns und Hexen in den Park verirren.“
Öffnungszeiten: Indoorhalle von 9 bis 19 Uhr, Außenbereich bis zur Dämmerung.
Preise: Erwachsene 16,70 Euro, Kinder bis 14 Jahre 14,70 Euro.
Tipp 2: Unterirdisch
Keinen Ton vom jecken Treiben hören die Besucher in der Wiehler Tropfsteinhöhle. Stufen und Gänge führten unter die Erde und 1500 Meter weit durch das fantastische Reich der Tropfsteine. 30 Meter unter der Oberfläche herrscht eine gleichbleibende Temperatur von acht Grad Celsius. Die Führung dauert 45 Minuten, eventuell muss man etwas warten, bis die vorherige Gruppe wieder ans Tageslicht gestiegen ist. Wer danach noch mehr erleben möchte, kann die Hirsche und Wildschweine im benachbarten Wildpark besuchen.
Öffnungszeiten: Am Wochenende von 11 bis 16 Uhr. Der Samstag ist bereits ausgebucht, am Sonntag ist der Besuch noch möglich.
Preise: Erwachsene 6,50 Euro, Kinder 5 Euro.
Tipp 3: Meditativ
Jeden Morgen bietet das Europäische Institut für angewandten Buddhismus in Waldbröl von 7 bis 7.30 Uhr eine Online-Meditation per Zoom an. Das Zentrum empfiehlt dafür eine möglichst einfache häusliche Umgebung ohne Ablenkung durch Handy usw. Es wird in Stille gesessen, ein Text gelesen und der Chant der Bodhissattva Avalokitsvara gesungen. Das ist, so heißt es auf der Homepage des Zentrums, die „Energie des Mitgefühls, die in jedem von uns präsent und in der Lage ist, sehr tief zuzuhören und in jeder Situation mit Mitgefühl zu handeln.“ Die Teilnahme ist kostenfrei.
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Meditieren statt Karneval feien ist in Waldbröl (online) und in Wipperfürth (live) möglich.
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Wer lieber live meditieren möchte, kann das am Rosenmontag um 10 Uhr im Buddhistischen Zentrum Drikung Tashi Jong in Wipperfürth-Niederholl lernen. Teilnahme auf Spendenbasis.
Tipp 4: Kulinarisch
Zwei bis drei Stunden wandern und dabei nicht nur die frische Luft genießen? Der rund fünf Kilometer lange Rundweg um die Lingesetalsperre bei Marienheide führt gleich an zwei Cafés vorbei. Im Hofcafé Kaffeekännchen kann man sich am Samstag und Sonntag ab 13 Uhr bei Schmalzbrot oder Waffeln stärken. In der Kaffeerösterei Pagnia steht der große Röster mitten in der Gaststube. Allerdings werden Bohnen der vier eigenen Spezialitäten nur unter der Woche geröstet – „der Röster macht einen solchen Lärm, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht“, sagt Sabine Stötzel und lacht. 20 weitere Sorten Kaffeesorten warten im Regal auf Kaffeefans. Eine Beschreibung des Wanderwegs und weiterer Wanderwege findet man online.
Öffnungszeiten Pagnia: Freitag bis Sonntag, jeweils 12 bis 17 Uhr
Öffnungszeiten Kaffeekännchen: Samstag und Sonntag, jeweils ab 13 Uhr
Tipp 5: Heiß
„Wir sind eine absolut karnevalsfreie Zone“, versichert Betriebsleiterin Nicole Appel von Monte Mare in Eckenhagen. „Deshalb finden viele Karnevalsflüchtlinge den Weg zu uns.“ Ein Platz zum Entspannen finde sich in der Salzgrotte, im milden Dampfbad, der Feuersauna mit Kamin, der klassisch finnischen Sauna oder in der russischen Banja, der heißesten Sauna weit und breit. Ein besonderes Schwitzerlebnis verspricht der selbst hergestellte Kräuteraufguss.
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 22 Uhr.
Preise: ab 28,50 Euro.
Tipp 6: Sportlich
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Wer keine Lust auf Karneval hat, für den könnte eine Radtour auf der alten Bahntrasse eine Alternative sein.
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Wo einst Dampfrösser schnauften, lässt es sich heute sanft auf dem Rad entlang sausen. Zum Beispiel 15 Kilometer auf der ehemaligen Bahntrasse von Vollmerhausen nach Pernze. Sie ist Teil des Bergischen Panorama-Radwegs. Schautafeln informieren unterwegs über die Geschichte der Eisenbahn und der Industrialisierung des Aggertals.
Tipp 7: Luftig
Zwischen den Baumwipfeln auf dem luftigen Pfad des Naturerlebnisparks Panarbora in Waldbröl fliegen unter Garantie keine Kamellen, und wer den Aussichtsturm erklimmt, ist von Samba und Rambazamba meilenweit entfernt. „Auch in den Baumhäusern und in den Erlebnisdörfern der Jugendherberge finden Karnevalsmuffel Zuflucht, die auf der Suche nach Ruhe sind“, versichert Gastgeberin Jasmina Herting, „Noch gibt es einige Plätze.“
Öffnungszeiten: täglich 10 - 16 Uhr.
Preise: Erwachsene 10,90 Euro. Kinder 7,40 Euro, Wochenendpreise für die Unterkünfte ab 101,90 Euro.
Tipp 8: Romantisch
„Die Leute wollen chillen!“ Da ist Luis Gazibara vom Phönix Hotel in Bergneustadt ganz sicher, erst recht an den tollen Tagen. „Besonders häufig haben wir Gäste, die keine Lust auf Karneval haben. In den vergangenen Jahren waren wir gut ausgebucht, aber aktuell gibt es noch Möglichkeiten.“ Zum Beispiel für ein Wochenende unter dem Motto „Romantische Zweisamkeit“ mit kuscheligem Bademantel, Cocktail, Sekt und Candlelight-Dinner oder für Verwöhntage inklusive Massage.
Preise: ab 109 Euro.