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Musikalische SchätzeDrehorgelmuseum in Marienheide-Kempershöhe zeigt Neuigkeiten

Lesezeit 2 Minuten
Das Foto im Drehorgelmuseum zeigt Museumsleiter Ullrich Wipper und mehrere Zuhörer.

Interessiert folgen die Zuhörerinnen und Zuhörer den Erläuterungen von Ullrich Wimmer (r.)

Von der Taschenuhr mit Glockenklang bis zum Spielzeug: Das Bergische Drehorgelmuseum Kempershöhe präsentierte seine Neuanschaffungen.

Die Klänge einer Wiener Uhr mit Jacquemart-Automatik erfüllen das Bergische Drehorgelmuseum. Mit einer Taschenlampe beleuchtet Ullrich Wimmer die Uhr, sodass die Besucher sehen können, wie zwei in das Zifferblatt gepresste Figuren mit Hämmern auf die zwischen ihnen angebrachte Glocken schlagen.

Und schon sind die Besucher mitten drin in der gut eineinhalb Stunden dauernden Veranstaltung, die unter dem Titel „Ich bin neu hier“, die Neuanschaffungen der letzten drei Jahre vorstellt. Besonders stolz, so Wimmer, sei er auf eine selbstspielende Trommel, die er erst vor wenigen Monaten erstanden habe. „Ich würde sie ihnen gerne vorspielen, doch leider funktioniert sie gerade nicht“, bedauerte er.

22 Neuanschaffungen im Drehorgelmuseum in Kempershöhe

Lautstark ihre Funktionalität unter Beweis stellen kann derweil aber das Orchestrion „Weber Unika“. Das Instrument aus den 20er Jahren sei schon lange im Besitz des Museums und wurde jüngst mit neuen Noten ausgestattet. Ein weiteres Schätzchen, das Wimmer präsentiert, ist eine Spieluhr, auf deren Deckel sich kleine Püppchen tanzend bewegten. „Ich bin besonders stolz auf dieses Stück, denn die Püppchen sind noch original aus der Zeit, als die Spieluhr gebaut wurde. Das war um 1870 in Paris und wurde vermutlich für eine wohlhabende Dame zum Zeitvertreib hergestellt“, erzählt Wimmer.

Ebenfalls für eine wohlhabende Dame wird ein 170 Jahre altes Schleuderpüppchen, auch „Marotte“ genannt, gewesen sein. Die auf einem Rohr befestigte Marotte wurde durch Handbewegung hin und her geschleudert, um den Damen damals Luft zuzuwedeln. Insgesamt 22 Neuanschaffungen stellt der Museumsinhaber seinem Publikum vor.

Das imposanteste Stück hat er sich aber bis zum Schluss aufgehoben – eine Kirmesorgel, die ebenfalls jüngst mit einer neuen Rolle Noten ausgestattet wurde. „Früher galt die Leierkastenmusik als die Musik der armen Leute. Zumeist wurden darauf Querschnitte von Opern oder Ouvertüren gespielt, damit auch die Menschen, die sich den Besuch einer Oper oder dergleichen nicht leisten konnten, in den Genuss dieser Musik kamen. Für mein Publikum hab ich etwas Zeitgemäßeres ausgesucht“, verspricht der Museumschef – und aus der Kirmesorgel erklingen Melodien von Frank Sinatra. Klatschend bedanken sich die Besucher für die gelungene Zeitreise in die Welt der Drehorgeln und anderer Instrumente.