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JubeltagHildegard Schmidt hat im Awo-Altenzentrum in Ründeroth ihren 105. Geburtstag gefeiert

Lesezeit 2 Minuten
Gruppenfoto mit einer 150 aus Luftballons im Hintergrund. Eine ältere Frau, die Geburtstag hat, hält einen Blumenstrauß in den Händen.

Ungläubige Gratulanten (v.l.): Hildegard Schmidt mit Vize-Landrat Friedrich Wilke, Engelskirchens Vize-Bürgermeisterin Dawn Stiefelhagen und Awo-Mitarbeiterin Katharina Schütz.

Zu ihrem besonderen Geburtstag besuchte auch Vize-Landrat Friedrich Wilke die Seniorin am Montag im Otto-Jeschkeit-Altenzentrum.

Fast hätte Vize-Landrat Friedrich Wilke die Jubilarin Hildegard Schmidt nicht beachtet: „Sie sehen so jung aus, dass ich kaum glauben kann, dass ich wegen Ihnen hier bin“, meinte er begeistert. Aber tatsächlich war sie genau die Seniorin, wegen der er das Otto-Jeschkeit-Altenzentrum der Arbeiterwohlfahrt in Ründeroth besuchte – mit Gratulationsschreiben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und einem Geldgeschenk des Oberbergischen Kreises. Hildegard Schmidt feierte am Montag ihren 105. Geburtstag.

Hildegard Schmidt ist auch im hohen Smartphone-affin

An der Kaffeetafel in der Awo-Einrichtung zeigte die Seniorin dem Vize-Landrat auf ihrem Smartphone einen Artikel, der zu ihrem 100. Geburtstag erschienen war: „So kann ich beweisen, dass ich wirklich 105 Jahre alt bin.“ Das Smartphone sei ihr Lexikon, erzählte sie den Gästen. „Hier schlage ich alles nach, ohne Internet wäre ich aufgeschmissen.“ Immer offen sein für neue Eindrücke, für andere Menschen und ungewohnte Orte: Das ist die Devise der 105-Jährigen. „Unterwegs ist mein Zuhause“, sagt sie.

Und als Engelskirchens Vize-Bürgermeisterin Dawn Stiefelhagen ihr einen bunten Blumenstrauß der Kommune mit einem Engelskirchener Engel aus Metall überreichte, ergänzte sie passend: „Man sollte jedoch nie schneller unterwegs sein als der eigene Schutzengel.“

Vor einem Jahr ist die Seniorin von Lübeck nach Ründeroth gezogen

Vor einem Jahr ist Hildegard Schmidt von Lübeck nach Ründeroth gezogen – in die Nähe ihrer in Engelskirchen lebenden Tochter Ursula Schmidt-Laukamp. Im Awo-Haus fühlt sie sich sehr wohl und freut sich vor allem darüber, dass ihre Wünsche und Anliegen bei den Mitarbeitern hier immer ein offenes Ohr finden. So etwa ihre Suche nach Bridge-Partnerinnen und -Partnern: Nach einem Aufruf fand Schmidt einen entsprechenden Spielekreis in Huppichteroth, zu dem sie einmal in der Woche abgeholt wird. Weiterhin sucht sie Menschen aus Engelskirchen, die mit ihr Bridge spielen.

Demnächst fährt die Seniorin mit der Awo in den Urlaub in die Eifel. Vor ein paar Jahren hat sie noch im Alter von 97 Jahren eine Schifffahrt in die Karibik unternommen. Neben der Offenheit und der Neugier auf die Welt stehen bei ihr die Bewegung und das Turnen ganz oben auf der Liste fürs hohe Alter. „Außerdem sollte man möglichst kein Schweinefleisch und kein Weißbrot essen“, rät sie.

Geboren wurde sie in Oberkirch im Schwarzwald – und zwar 1919, in dem Jahr, in dem auch die Arbeiterwohlfahrt gegründet wurde. Nach ihrer Jugend in Dorsten folgte sie ihrem Mann in die Hansestadt Lübeck. Sie hat zwei Kinder und mittlerweile vier Enkel und sechs Urenkel. (r)