In Bergneustadt, Engelskirchen und Bielstein dröhnen derzeit die Maschinen. In einigen Freibädern stehen die Eröffnungstermine schon fest.
Bürste und HochdruckreinigerSo bereiten sich Oberbergs Freibäder auf die neue Saison vor

In Bielstein werden alle Platten rund ums Becken mit Baggerhilfe ausgetauscht.
Copyright: Monika Siegfried-Hagenow
Noch schimmert das Becken des Bergneustädter Freibads im Grün der Algen, die sich während der Wintermonate breitgemacht haben, statt im sommerlichen Himmelblau. Aber das soll sich bald ändern. Schon rückt Rettungsschwimmerin Alexandra Vennteicher mit Hochdruck dem Schmutz und dem Laub auf die Pelle, die sich rund ums Becken, auf den Startblöcken und dem Sprungturm gesammelt haben. Element für Element wird die Überlaufrinne auseinandergebaut und gereinigt, eine Sisyphosarbeit.

Vor dem Saisonstart in Bergneustadt prüfen Stephan Büser und Nanette Mai die Spielgeräte und Rettungsringe.
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Vor der Rutschbahn türmt sich meterhoch der Gehölzschnitt, und der Kunststoffhai darf zum ersten Mal wieder ins Freie, damit er wie die anderen Spielgeräte auf eventuelle Macken untersucht werden kann. Es tut sich was im Freibad. Aber bis alles fertig ist, haben die Ehrenamtler des Fördervereins, der das Bad betreibt, noch alle Hände voll zu tun. „Jedes Mal vor der Saison habe ich Bauchschmerzen“, gesteht der Vorsitzende Stephan Büser. „ Haben wir genügend Leute, auch für das Putzteam? Zur Zeit suchen wir noch Rettungsschwimmer, um alle Tage zu besetzen. Kriegen wir alles hin? Wir müssen ja jede Menge beachten!“
So müsse eigens ein Baumprüfer kommen, um die hohen Bäume auf den Gelände auf Standfestigkeit zu überprüfen , der Tüv müsse Rutsche und Spielplatz begutachten, das Gesundheitsamt sein Okay geben, und ganz zuletzt, wenn das Becken gereinigt und neu befüllt wurde, warte man auf das Ergebnis der Wasserproben. Erst dann darf das Freibad öffnen.
Jedes Mal vor der Saison habe ich Bauchschmerzen.
Auch im Panoramabad Engelskirchen sind schon Vorbereitungen im Gange. Eine Zuleitung zum Kinderbecken müsse erneuert werden, erklärt Guido Lemmer von den Gemeindewerken. Außerdem wird die Tartanbahn auf den Wegen an einigen Stellen ausgebessert, auch Reparaturen an den Umkleidekabinen seien fällig. Wann die eröffnet wird? „In der zweiten Maihälfte, meint Lemmer.“ Wir haben einen Terminfavoriten, aber der wird noch nicht verraten.
„Das Freibad in Bielstein gleicht zur Zeit noch einer großen Baustelle. Ein Bagger türmt riesige Erdhaufen auf.“ Der komplette Plattenbelag rund ums Becken wird ausgetauscht, informiert der Betriebsleiter der Wiehler Wasserwelt, Andreas Zurek. Er ist zuversichtlich, dass bis zur für den 11. Mai geplanten Eröffnung alles fertig ist.

In Bergneustadt rückt Alexandra Vennteicher dem Schmutz mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe.
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In Bergneustadt hoffen die sie erst einmal auf einen trockenen 12. April, dann sind alle Ehrenamtler aufgerufen zum Großreinemachen. Dann ziehen auch die Sitzbänke vom Winterquartier an den Beckenrand um, Blumen werden gepflanzt „und die letzten Spinnen werden vertrieben“, schmunzelt Nanette Mai vom Vorstand. Klar ist schon, welche fünf Werbepartner in diesem Jahr erstmals ihre Banner am Außenzaun aufhängen.
„Jeder Euro zählt“, seufzt Büser und bedauert, dass einige der rund 350 Vereinsmitglieder gekündigt hätten, weil ihnen 20 Euro Jahresbeitrag zu viel seien. „Aber ohne Sponsoren, Mitgliedsbeiträge und den Einsatz der Ehrenamtler müssten wir zumachen.“ Das dürfe nicht passieren, dafür arbeiten er und das vom Freibadvirus befallene Team, „und wenn dann erst die neuen Sonnenschirme am Kinderbecken aufgebaut werden, „dann sieht man was man macht.“
Im Naturfreibad Bruch beginnen die Arbeiten frühestens nach Ostern
Bis im Naturfreibad Bruch die Sonnenschirme aufgestellt werden, dauert es noch. „Nach den Osterferien beginnen wir langsam mit der Gerätewartung“, sagt Harald Kawczyk, Betriebsleiter der Stadtwerke. Geöffnet sei dann von Mitte oder Ende Juni bis Ende August. Die Erfahrung habe gezeigt, dass das Bad vor allem in den Sommerferien wirklich genutzt werde. „Vorher ist das Wasser zu kalt.“ Auch in Engelskirchen verweist Guido Lemmer Ungeduldige auf niedrige Wassertemperaturen: „Bei zurzeit 14 Grad wäre das nur was für Eisschwimmer.“
In Bergneustadt werden am 3. und am 10. Mai jeweils von 10 bis 12 Uhr um 20 Euro ermäßigte Familiensaisonkarten verkauft, die Preise sind gleich geblieben wie im Vorjahr. Erstmals gibt es in diesem Jahr auch Saisonkarten für Alleinerziehende mit zwei Kindern. „Wir hoffen, am 11. oder am 18. Mai zu eröffnen“, kündigt Büser an, „wenn es nachts nicht zu kalt ist.“ Sonst müsse man zu viel heizen.
„ Schön wäre eine motorbetriebene Abdeckung fürs Becken, aber die würde einen sechsstelligen Betrag kosten und wird daher wohl ein Wunschtraum bleiben.“
Von riesigem Andrang im Gummersbacher Hallenbad Gumbala überrascht sieht sich der Betriebsleiter der Stadtwerke Gummersbach, Harald Kawzcyk. „An jedem Wochenende haben wir täglich über 1000 Besucher, und das geht seit mehreren Wochen so“, stellt er fest. „Aber mehr als 350 Leute dürfen nicht gleichzeitig ins Bad.“ Familien berichten von langen Wartezeiten.
„Wir haben uns daher gezwungen gesehen, keine Tageskarten mehr anzubieten, sondern nur noch Tickets für maximal drei Stunden, damit mehr Menschen die Chance haben, das Bad zu besuchen.“ Weil viele Besucher dennoch die Besuchszeit überzogen hätten, wurde ein Wochenendzuschlag eingeführt.
„Wir hoffen übers Portemonnaie den Besucherstrom etwas zu regulieren“, sagt Harald Kawzcyk. „Es ist einem weinenden Kind einfach nicht zu vermitteln, dass es nicht ins Bad darf, wo es sich schon so sehr darauf gefreut hat.“