In Ripsdorf wird für 330.000 Euro ein Generationengarten geplant. Den Plan finden alle toll, über den Standort wird diskutiert.
Für 330.000 EuroSoll Generationengarten in Ripsdorf im recht steilen Hang entstehen?

Die im Hang gelegene Wiese unterhalb des Kindergartens von Ripsdorf soll zum neuen Generationengarten werden.
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In Ripsdorf soll für rund 330.000 Euro ein knapp 1000 Quadratmeter großer Generationengarten entstehen. Der Entwurfsplan fand im Gemeinderat eine klare Mehrheit. Doch es gibt Kritik am Standort am Ortsrand.
Eigentlich ist es ja eine gute Idee, wenn die Gemeinde Blankenheim, die so viel Fördergeld in ihr neues Rathaus im einstigen Konsum an der Ahrstraße und die Umgestaltung des Giesenbachtals steckt, auch an die Außenorte denkt. Mehr und neues Grün für alle: So entstanden etwa öffentliche Flächen in Lommersdorf und Blankenheimerdorf. Das ist jetzt auch für Ripsdorf geplant.
Der Hang in Ripsdorf hat ein Gefälle von mehr als zehn Prozent
Dort gibt es bisher einen integrativen Spielplatz, die Spielflächen am Kindergarten, die außerhalb der Betreuungszeiten für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Der Generationengarten soll auf einem gemeindeeigenen Hanggrundstücks unterhalb des Kindergartens dazukommen. Die von Bäumen und Sträuchern bestandene, sich wie ein spitzes Dreieck entlang eines alten Wirtschaftsweges erstreckende Fläche ist derzeit ungenutzt. In Vorgesprächen haben Kindergartenleitung, Ortsvorsteher, Ripsdorfs Ratsvertreter und die Verwaltung die Idee des örtlichen Eifelvereins begrüßt. Doch auch an dieser Stelle?
Vor Ort zeigt sich, dass das möglicherweise nicht alle in Ripsdorf so sehen. Denn der Wirtschaftsweg – er ist zugleich auch Teil der beliebten Eifelschleife „Toskana der Eifel“ –, von dem aus der neue Garten zugänglich ist, hat auf rund 50 Meter Länge einen Höhenunterschied von 6,50 Metern, die Steilheit nimmt von oben nach unten ab.
Das sind mehr als zehn Prozent Gefälle. Zudem ist der Weg in schlechtem Zustand. Er müsste ausgebessert, ausgewaschene Mulden aufgefüllt werden, und ein Handlauf am Wegrand sollte die Begehbarkeit für ältere oder gehbehinderte Menschen erleichtern. Alles machbar – sagen die einen. Andere zweifeln nicht das Vorhaben an, aber den Standort.
Mehrheit im Gemeinderat in Blankenheim stimmt für das Projekt
Die fünf Sozialdemokraten im Gemeinderat lehnten eine Zustimmung ab. Fraktionssprecher Wilfried Wutgen: „Ich finde den Plan super, nur die Topographie halte ich wegen der fehlenden Barrierefreiheit dafür nicht geeignet. Da muss es in Ripsdorf einen anderen Ort geben.“ Fraktionskollege Erich Krings wurde konkreter: „Ältere Menschen, Menschen mit Rollatoren, Rollstuhlfahrer können nicht von oben über den Wirtschaftsweg, der zu steil ist. Sie müssten einen rund 350 Meter langen Umweg nehmen, um von unten auf das Gelände zu kommen. Das ist unzumutbar.“

Seine Planung, die auf der Bachelorarbeit von Marina Knoll (2.v.l.) beruht, erläuterte Christian Daum (M.) auch Bürgermeisterin Jennifer Meuren (2.v.r.).
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So entschieden die Ablehnung hier – so klar am Ende die zustimmende Mehrheit dort. Für die CDU-Fraktion lobten Sprecherin Martina Schmidt den Generationengarten als „gelungene Idee“. Für die FDP sprachen sich Mathias Schoenen aus Ripsdorf und Ortsvorsteher Rudi Huth für den Standort aus. Huth: „Das ist insgesamt eine gelungene Planung, auch an diesem Standort, auch wenn der Zugang nicht bis in die letzte Konsequenz barrierefrei sein wird.“ Und Bürgermeisterin Jennifer Meuren stellte klar: „Wir haben seitens des Fördergebers keinerlei Hinweise erhalten, dass die Frage der Barrierefreiheit ein Problem ist.“
Vermutlich sind es lösbare Dinge, denn der Mehrheit des Gemeinderates war klar: Die Gelegenheit zum Bau wird sich die Gemeinde nicht entgehen lassen wollen. Für das auf rund 330.000 Euro kalkulierte Projekt sind 80 Prozent Förderung aus dem Topf „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ des Bundesministeriums für Umwelt und Klimaschutz bewilligt. Fertigstellung und Schlussrechnung sind auf den 14. Mai 2026 festgesetzt.
Die Planung selbst wird von allen Fraktionen begrüßt
Die Planung des Generationengartens wird über alle Fraktionen hinweg begrüßt und auch durch den Dissens im Gemeinderat nicht infrage gestellt. Sie beruht auf der Bachelorarbeit von Marina Knoll aus Marmagen. Ihr Entwurf wurde von ihrer Hochschule mit Sehr gut bewertet. Landschaftsplaner Christian Daum aus Reifferscheid (Gemeinde Adenau) hat das Konzept zur umsetzbaren Entwurfsplanung gemacht.
Vier Aufenthaltsebenen sollen die Themen Aktivität, Kommunikation und Veranstaltungen berücksichtigen. Vom unteren Ende betrachtet, ist der Garten vor allem für Wanderer und Radwanderer als Einladung zum Päuschen gedacht: Hier stehen Bänke, ein Tisch, es gibt Fahrradständer und einen Trinkwasserspender. Das Ganze natürlich, wie auf allen Gartenebenen, unter Schatten spendenden Bäumen und mit schönster Aussicht Richtung Lampertstal.
Der Garten soll auf mehreren Ebenen angelegt werden
Das Grün, etwa eine lange Hecke zur Grundstückabgrenzung an der rechten Längsseite, ist zum Teil schon da, Obstbäume sollen angepflanzt werden. Angelegt werden Wildbienensäume sowie Hochbeete für mehrjährige Sträucher und Pflanzen. Gepflanzt werden standorttypische Arten sowie Neophyten. „Wir wollen so möglichst das ganze Jahr über blühende Pflanzen haben“, sagt Marina Knoll. Für die Pflege werden ehrenamtliche Paten gesucht.
Die weitere Erschließbarkeit im Garten erfolgt über Cortenstahl-Stufen. Das Material dient auch als Hangstützwand zwischen den Ebenen. Der Untergrund wird im Wesentlichen und aus Nachhaltigkeitsgründen aus wassergebundenem Material sein. Die Zugänglichkeit ist zum Teil barrierefrei über Rampen möglich. So geht es zu einer aus Fallschutzgründen mit Holzhackschnitzeln ausgelegten Aktionsfläche mit einer Calisthenics-Anlage. Bewusst wird ein altersunabhängig zu nutzendes Modell gewählt. An vielen Stellen dienen neben Bänken mit Holzauflagen auch kleine Felsbrocken als Sitzgelegenheiten.
Auf Kritik im Gemeinderat stieß die Ebene über dem Mini-Fitnesspark: Eine Rasenfläche soll für kleinere Veranstaltungen genutzt werden, am Hang ist ein dreistufiges Atrium vorgesehen. Es kann barrierefrei aber nur von der Ebene unterhalb erreicht werden. Eine Zuwegung über den Wirtschaftsweg von oben endet nach derzeitigem Stand der Planung für Rollstuhlfahrer an Stufen, eine Rampe fehlt.
Dafür aber gibt es in diesem Bereich gemäß dem Motto „Ein Garten für alle Sinne“, das Landschaftsgärtner wie Touristiker so gerne verwenden, eine kleine idyllische und ein bisschen versteckte Doppel-Sonnensitzliege, umgeben von viel Grün. Inoffiziell wurde die Örtlichkeit beim Pressetermin als „Knutschecke“ erkannt. Der Weg oberhalb des Atriums bildet auch die Abgrenzung zum Kindergartenbereich. Hierhin führen zehn Stufen zu einem Tor. Die Planer haben in diesem Bereich auch einen kleinen Barfußpfad vorgesehen.
Über den Generationengarten informiert die Verwaltung am Donnerstag, 3. April, ab 19 Uhr im Gasthof Breuer.