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Von „Poldi-Sandwich“ bis SalzkaramellDie regionale Gelateria-Szene unter der Lupe

Lesezeit 5 Minuten

Frische Kräuter stehen zurzeit im Café Amorini in Heimerzheim hoch im Kurs, wenn es um die Eiskreationen geht. Mitarbeiterin Linda Euskirchen (vorne), Elisabeth Wegener, Nicklas Neumann und Kia Ebrahimi (hinten) sind kreativ.

Die hiesige Gelateria-Szene verzeichnet einen prominenten Neuzugang. „Ice Cream United“ lautet die Überschrift, unter der Lukas Podolski schon seit geraumer Zeit in seiner Heimatstadt Eisspezialitäten präsentiert. Die FC-Ikone, aktuell für den japanischen Club Vissel Kobe am Ball, hat das Konzept gemeinsam mit dem Südtiroler Christian Gaier entwickelt. Familie Gaier stammt aus Norditalien und blickt auf eine lange Eis-Tradition zurück. Lukas Podolski genoss das Eis erstmals 2016 im Trainingslager der Deutschen Nationalmannschaft in Evian und war sofort begeistert. Die Kooperation nahm ihren Lauf.

Zwei Eisdielen existieren mittlerweile in der Domstadt, die dritte Filiale hat gerade unweit des Bonner Hauptbahnhofs debütiert. Als Geschäftsführerin leitet Dimka Sieger die Eisdiele. Qualität gilt als oberstes Prinzip. Die Milch, mit der viele Sorten hergestellt werden, stammt aus einer Privatmolkerei in Münster. Auf dieser Basis entstehen Sorten wie Vanilla Tahiti, Kokosnuss, Pistacchio Bronte, Oreo oder Erdnussbutter.

Als fruchtige Sorbets bietet man Erdbeere, Himbeere, Mango und Zitrone-Minze an. Hinzu kommen Kreationen mit Joghurt-Eis. So gibt es zum Beispiel den Becher mit Joghurteis, Mangosauce, frischer Mango und Bio-Joghurt für 6,50 Euro. Eine Besonderheit ist das „Poldi-Sandwich“, das auf einem süßen Brioche-Brötchen aus der Bäckerei Mauel basiert. Die Brioche wird mit Eis gefüllt und kommt dann in ein Sandwicheisen. Das Ergebnis ist ein Sandwich, das außen heiß und innen kalt ist. Ob sich Gladbach-, Schalke- oder BVB-Fans, von denen es in Bonn auch einige geben soll, für den „Effzeh-Becher“ (6,50 Euro) begeistern werden, wird sich zeigen. Schmecken soll die rot-weiße Kreation mit Vanilleeis, frischen Erdbeeren, Erdbeersauce und Sahne jedenfalls sehr gut. Wer sich niederlassen möchte, hat bald auf der hoch frequentierten Poststraße Gelegenheit dazu. Rund um den Eingang werden in Kürze mehrere Tische aufgestellt. Ein Spachtel Eis kostet übrigens 1,50 Euro, drei Spachtel vier Euro.

Geöffnet ist „Ice Cream United“, Poststraße 13, 53111 Bonn, montags bis samstags von 10 bis 21 Uhr und sonntags von 11 bis 20 Uhr.

www.icecreamunited.com

Kräuter mit Zitrus im Café Amorini

Wenn Konstantin Wegener über Eis spricht, ist er vollkommen in seinem Element. In jedem Jahr überrascht er die Kunden mit neuen Sorten. Im Sommer ist die Experimentier- und Probierfreude besonders groß. Aktuell stehen frische Kräuter hoch im Kurs. „Thymian, Basilikum und Rosmarin harmonieren hervorragend mit Zitrusfrüchten“, hat Wegener festgestellt. „Diese Kombinationen sind extrem erfrischend.“ Seit April 2011 leitet er mit Ehefrau Elisabeth das Café Amorini in Heimerzheim. Kuchen und Gebäck gehören zu den Standards, die hier mit ebenso hohem Qualitätsbewusstsein präsentiert werden. Aber vor allem das abwechslungsreiche und fantasievolle Eissortiment hat dem Café längst über die Grenzen des Ortes hinweg eine treue Gästeschar beschert.

In diesem Sommer werden die Besucherinnen und Besucher unter anderem bei Apfel-Basilikum-Limette oder Orange mit Lavendel neue Geschmackserlebnisse haben. Der saisonale Aspekt spielt bei der Auswahl der Eissorten eine entscheidende Rolle. Augenblicklich gibt es daher häufiger Erdbeer-Sahne, Sanddorn oder Blaubeereis. Zu den Klassikern zählen in Heimerzheim unter anderem Kaffeeeis mit Giotto, Zartbitter mit Kaffee oder Tahiti-Vanille. Eine Kugel Eis kostet im Café Amorini einen Euro.

Offen ist das Café Amorini, Euskirchener Straße 1, 53913 Swisttal-Heimerzheim, Telefon (02254) 81555, dienstags bis samstags von 9 bis 18.30 Uhr und sonntags von 13 bis 18.30 Uhr.

www.cafe-amorini.de

Eis vom Eiswerk

In Rheinbach findet sich mit Christopher Nolden ein weiterer Eis-Enthusiast. Sein Restaurant „die Küche“ betreibt er seit vielen Jahren. Das direkt danebenliegende „Eiswerk“ ist im Frühjahr 2016 hinzugekommen. Zwei Jahre zuvor hatte Nolden sich mit dem Besuch einer Eisfachschule nicht nur einen kleinen Traum erfüllt, sondern auch das Rüstzeug für die Herstellung von Eisspezialitäten erworben. In einem gläsernen Eislabor, das sich an das kleine Lokal anschließt, werden die Leckereien hergestellt. Die großartige Resonanz hat mittlerweile dazu geführt, dass Nolden in diesem Frühjahr ein zweites „Eiswerk“ in Euskirchen-Flamersheim eröffnet hat.

Längst haben sich einige Geschmacksfavoriten herausgebildet, die bei den zahlreichen Stammgästen Kultstatus erlangt haben. Dazu zählen Salzkaramell, Lakritz, Milchreis oder die verschiedenen Schoko-Variationen wie Schoko-Sorbet mit hellem oder dunklem Kakao. „In dieser Saison laufen zudem Sorbet Waldmeister und Vollmilch-Maracuja super“, bemerkt der Eisexperte. An heißen Tagen liegen Zitrone-Minze oder Mango weit vorne. Eine kleine Portion, die ungefähr zwei Bällchen entspricht, wird in Rheinbach für 2 Euro im Pappbecher verkauft. Wer dieselbe Portion im Weckglas vor Ort verspeist, zahlt 1,80 Euro.

Geöffnet ist das Eiswerk, Weiherstraße 8, 53359 Rheinbach, Telefon (02226) 9058683, montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 20 Uhr.

www.daseiswerk.jimbo.com

„Scharfe Königin“ holt 3. Platz beim Gelato Festival

Die Erfolgsgeschichte des Bonner Eislabors begann 2010 in der Altstadt. Mittlerweile gibt es zwei weitere Filialen in Beuel und in der Friedrichstraße. Der Sortenvielfalt sind auch im Eislabor, das von Petra Recker und Michael Weiss geleitet wird, keine Grenzen gesetzt. Erst vor wenigen Wochen hat Mitarbeiterin und Konditorin Anne Werner beim Gelato Festival in Berlin, das so etwas wie die deutsche Meisterschaft der Eismacher ist, mit ihrer Kreation „scharfe Königin“ – einem Eis aus Mango, Kokos und Chili –, den dritten Platz belegt. „Frische und Qualität der Zutaten sowie die Passion für Eis sind die Basis unseres Erfolgs“, fasst Weiss die Firmenphilosophie zusammen. Sobald es die Zeit erlaube, tüftele man an neuen Sorten. Dabei entstehen so fantasievolle Kreationen wie Birne mit Stracciatella, Schokoküsschen mit Matcha oder weiße Schokolade mit Marshmallow. Neu im Sortiment ist Joghurt mit Waldhonig und karamellisiertem Sesam, ein Eis mit einem griechischen Touch.

Dauerbrenner kennt man natürlich auch. Weiss erwähnt Avocado, Blutorange, Cassis oder Salzkaramell. Die Sorten, die tagesaktuell in den drei Eislabors angeboten werden, lassen sich auf der Homepage einsehen. Die Standorte befinden sich in der Altstadt (Maxstraße 16), in der City (Friedrichstraße 50) und in Beuel (Friedrich-Breuer-Straße 16).

Geöffnet ist montags bis samstags von 11 bis 21 Uhr sowie sonntags von 12 bis 21 Uhr (Friedrichstraße schließt täglich jeweils um 20 Uhr). Weitere Informationen online.

www.eislabor.info