Im Glasmuseum stellen Rheinbacher Schüler ihre Kunstwerke zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus. Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Wir machen Zukunft“.
„Wir machen Zukunft!“Rheinbacher Schüler stellen im Glasmuseum aus

Beim Rundgang durch die Ausstellung erklärten die Kinder der Museumsleiterin Caroline Heise ihre Werke.
Copyright: Gabriele von Törne
Für das saubere Meer der Zukunft hat Amaya, Schülerin der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Sürster Weg, einen Fisch aus bunt bemaltem Papier und Watte gebastelt. Gemeinsam mit Sila, Amina, Henry und vielen anderen Kindern hatte die Sechsjährige in den Herbstferien an dem Kunst-Workshop „Von Tieren und Pflanzen - kreative Ideen“ im Glasmuseum teilgenommen. Angeleitet wurden die Kinder von Museumspädagogin Bozena Yazdan und Patricia Roßhoff-Roy. Mit Fischen und Tang bemalte Einmachgläser sind mit Sand, Muscheln und Treibholz von der Nordsee dekoriert.
Zu sehen ist die intakte Wasserwelt aus blauem Sand und Glas, recycelten Pappkartons, blauen Leinen- und gelb gefärbten Hanffasern aktuell im Glasmuseum. Unter dem Titel „Wir schauen in die Zukunft – Mit jungen Menschen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“ stellen Rheinbacher Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule und der GGS Sürster Weg dort noch bis zum 9. Februar die Ergebnisse ihres künstlerischen Forschens aus.
Die Ausstellung zeigt, wie wir mit den Mitteln der bildenden Kunst die Wahrnehmung unserer Umwelt schärfen können
Rheinbachs Erste Beigeordnete Daniela Hoffmann freute sich, dass zur Ausstellungseröffnung so viele Kinder mit ihren Familien gekommen waren: „Die Ausstellung zeigt, wie wir mit den Mitteln der bildenden Kunst die Wahrnehmung unserer Umwelt schärfen und neue kreative Wege für ein nachhaltiges Leben entdecken können.“
Rheinbach: Das Projekt „Wir machen Zukunft!“
Das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt „Wir machen Zukunft!“ startete 2022 als Kooperation der Stadt Bonn und des Regionalen Bildungs-, Kultur- und Sportbüro des Rhein-Sieg-Kreises. In jedem Jahr gab es einen thematischen Schwerpunkt: In 2022 stand die Vergangenheit im Fokus, 2023 die Gegenwart und im dritten und letzten Jahr lag der Schwerpunkt auf der Zukunft.
Unter Anleitung von Künstlerinnen und Künstlern forschten allein im vergangenen Jahr circa 600 Kinder und Jugendliche und zeigten ihre Ideen zum Themenkomplex Nachhaltigkeit. „Wir haben gelernt, wie wir die Umwelt besser schützen können und wie wir besser mit Medien, schlechten Nachrichten und unseren Gefühlen umgehen können“, fasste die elfjährige Ella den dreitägigen Workshop bei Susann Heilmann in den Herbstferien zusammen, in dem es um gesunden Medienkonsum und den Umgang mit Zukunftsängsten ging. Als Glückstrainerin befasste sich die Mittfünfzigerin mit Stressbewältigung sowie mit mentaler und körperlicher Gesundheit.
Die Mädchen Ella und Greta kamen bei ihr mit Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation und der Achtsamkeit in Berührung. „Ich habe meine schlechten Gedanken aufgeschrieben und den Zettel in eine Colaflasche gepackt, danach waren sie weg“, erläuterte Ella. Auch bei Mitschülerin Greta funktionierte diese Strategie, durch die sie aus einer belastenden Gedankenspirale ausbrach: „Ich habe mich danach frei gefühlt, es war erleichternd.“
Glasmuseum Rheinbach: Besser nachhaltig
Außerdem lernten die Teilnehmer der insgesamt vier Workshops, dass es besser ist, weniger Plastik zu benutzen. Das brauche viele Jahre, bis es verrotte, „länger als der Mensch leben kann“. Und alle sahen ein, dass es nicht gut ist, wenn winzig kleine Stückchen der aus Erdöl hergestellten Kunststoffe in die Nahrungskette gelangen. Doch nicht nur wegen der spannenden Umweltthemen waren die Arbeitsgruppen ein so großer Erfolg. Mit Begeisterung war Ella auf Fantasiereisen in ein Land voller Riesendrachen gegangen und lernte dabei, Entspannungstechniken anzuwenden. „Wir alle sind handlungsfähig“, betonte Kursleiterin Heilmann, „wir müssen nicht in unseren negativen Gefühlen und Gedanken verharren.“
Museumsleiterin Caroline Heise freute sich über die durchweg positive Resonanz und dankte dem Leiter des Naturparkzentrums, Dominik Liebenstein, für seine Unterstützung. Sie rechne damit, dass das Projekt weitergeführt werde, „in welcher Form auch immer“, so Heise auf Nachfrage. In zwei Ausstellungen, im Künstlerforum Bonn und im Pumpwerk Siegburg, wurden bereits die Ergebnisse sämtlicher Workshops der Öffentlichkeit präsentiert.
Eine separate Schau im Glasmuseum zeigt nun die kreativen Ideen der Rheinbacher Schüler. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 9. Februar, zu den Öffnungszeiten des Glasmuseum zu sehen: Dienstag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr.