Baugebiet Merler Keil IIICDU schlägt Zufahrt über den „Merler Winkel“ vor

Den „Merler Winkel“ geradeaus weiterführen ins neue Baugebiet Merler Keil III – für diese Option würde die CDU auf ein Gebäude mit geförderten Wohnungen verzichten.
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Meckenheim – „Mit Vollgas ins neue Wohngebiet ... und im Vorbeirauschen den Kindern in der Kita freundlich zuhupen?“, fragt die Meckenheimer UWG zynisch. Man müsse überlegen, „wie die Kinder beim Spiel und auf dem Schulweg besser geschützt werden können“, fordert die SPD. Hintergrund ist ein Vorschlag der CDU, die Gesamterschließung für das neue Wohngebiet Merler Keil III auch über die Wohnstraße „Merler Winkel“ abzuwickeln und dafür gegebenenfalls auf eines der beiden Mehrfamilienhäuser für gefördertes Wohnen zu verzichten.
Um die Sache voranzutreiben, hatte die CDU mit Unterstützung der BfM im Stadtentwicklungsausschuss beantragt, einen sogenannten Vorbehaltsbeschluss zu fassen. Demnach sollte das stadteigene Grundstück am Merler Keil, das der Meckenheimer Entwicklungs- und Wohnungsgesellschaft (MEWoGe) gehört, planerisch so überarbeitet werden, dass es für eine Anbindung an den dritten Abschnitt des Baugebietes geeignet sei. Eigentlich sollen auf dem Areal, auf dem zuvor Flüchtlinge untergebracht waren, zwei Neubauten mit geförderten Wohnungen entstehen. Die CDU hatte das Ansinnen so begründet: Nach derzeit gültigem Planungsrecht sei eine verkehrliche Erschließung des Wohngebietes über einen verlängerten „Merler Winkel“ derzeit nicht möglich, weil dem die Planungen der beiden Häuser entgegenstehen.
Folglich müsse das MEWoGe-Grundstück umfahren und eine gesonderte Anbindung an die Gerichtsstraße geschaffen werden. Aus Sicht der CDU sei aber „eine direkte Durchbindung der Straße ,Merler Winkel’ in das künftige Baugebiet die sinnvollere Variante“. Der Vorbehaltsbeschluss sollte in einem Ratsbeschluss münden, auf den Bau des nördlichen der beiden Gebäude zu verzichten. Diesem Ansinnen ist der Ausschuss seinerzeit so nicht gefolgt. Stattdessen sollten zunächst Gespräche mit der MEWoGe geführt werden, ob diese Umplanung die GmbH wirtschaftlich schädige.
Ergebnisse der Gespräche sollen am 3. September vorliegen
„Bei einem Baugebiet dieser Größe sollten es getrennte Verkehrsabläufe sein, und wir wollen uns alle verkehrlichen Optionen offenhalten“, sagt CDU-Fraktionschef Joachim Kühlwetter auf Anfrage. „Es hat keiner vor, den gesamten Verkehr über den ,Merler Winkel’ zu leiten.“ Was die Kritik angeht, der Verkehr werde dann am Spielplatz und an der Kita vorbeigeleitet, sagt Kühlwetter: „Darauf muss man beim Verkehrskonzept schauen.“ Fakt sei, dass die Verwaltung jetzt erstmal mit der MEWoGe sprechen müsse. Apropos: Vertreten wird die städtische Gesellschaft von Bürgermeister Bert Spilles als Aufsichtsratsvorsitzendem, Geschäftsführer ist der städtische Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer. Gespräche mit dem Aufsichtsrat sollen in Kürze stattfinden, informiert Beigeordneter Heinz Peter Witt auf Anfrage. Es sei geplant, dem Ausschuss das Ergebnis am 3. September vorzulegen.
Die UWG meldet Bedenken an. Aus ihrer Sicht ist die Idee „fachlich bedenklich und inhaltlich nicht nachvollziehbar“ Hans-Erich Jonen, städtebaupolitischer Sprecher der UWG, betont, dass der als Ergebnis der mehrstufigen Bürgerbeteiligung entwickelte städtebauliche Grobentwurf und die darin enthaltene Verkehrsführung exakt dem entspreche, was sich die UWG vor dem Hintergrund einer möglichst weitgehenden Entschleunigung des motorisierten Verkehrs in neuen Wohnquartier vorstelle. Die erforderliche Fläche sei mit Zustimmung von CDU und BfM 2018 an die MEWoGe verkauft worden, „damit dort zwei Mehrfamilienhäuser als Beitrag zu dem in Meckenheim so dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum errichtet werden können“. So würde „ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von gefördertem Wohnungsbau torpediert“.
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SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Brigitte Kuchta: „Der großzügige Spielplatz im ,Merler Winkel’ liegt offen in der Gabelung der Straße; außerdem quert hier der Schulweg zum Schulcampus. Eltern und Anwohner berichten, dass auf der breit angelegten Straße vielfach zu schnell gefahren wird.“