In Bornheim gibt es schon zwei Großbaustellen, die für Beeinträchtigen sorgen. Nun kommt noch die mehrwöchige Sperrung an der Stadtbahn hinzu.
Baustellen in BornheimBahnübergang wird für vier Wochen gesperrt

Ab dem 11. November wird der Bahnübergang Pohlhausenstraße in Bornheim für vier Wochen wegen Erneuerungsarbeiten gesperrt.
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Vier Wochen, vom 11. November bis voraussichtlich zum 6. Dezember, wird der Bahnübergang an der Straße Pohlhausenstraße/Om Jeeßeberg zwischen Bornheim-Ort und Botzdorf und gesperrt. Grund sind Arbeiten an der Bahnübergangs-Sicherungsanlage der Strecke der Stadtbahnlinie 18. Dies hat die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) angekündigt, die die Strecke zwischen Bonn und Köln betreibt: „Die Anlage an der Pohlhausenstraße wird aufwendig saniert und technisch optimiert. Ziel ist dabei auch, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer deutlich zu verbessern“, erklärt HGK-Pressesprecher Christian Lorenz in einer Mitteilung.
Baustellen in Bornheim belasten Bürger
Anwohner in Botzdorf können nachvollziehen, dass die HGK die Anlage erneuern muss, sagen aber auch: „Schon jetzt sind wir in Botzdorf durch die anderen Baustellen in Bornheim stark belastet, kommt nun auch noch die Sperrung der Pohlhausenstraße, kommen wir hier fast gar nicht mehr weg“, sagt eine Frau, die mit ihrer Familie am Blütenweg wohnt. Am Hellenkreuz baut der Rhein-Sieg-Kreis die neue Rettungswache. Die Wallrafstraße ist teilweise gesperrt, weil dort die Grundschule saniert und erweitert wird, zudem laufen derzeit noch parallel die Sanierungen für das Franz-Farnschläder-Stadion.
Morgens und abends, so die Angestellte aus Botzdorf, staue sich der Verkehr sowohl rund um das Hellenkreuz als auch in der Bornheimer City. Dies sorge nicht nur für Staus, sondern auch für gefährliche Situationen, erklärt die Mutter zweier Kinder. Bahnübergang Pohlhausenstraße/Om Jeeßeberch: Für Reisende, die die Linie 18 benutzen, gibt es keine Einschränkungen. Die Bahnen Richtung Bonn beziehungsweise Köln fahren nach Fahrplan, dies teilte Bornheims Ortsvorsteher Dominik Pinsdorf in den sozialen Netzwerken mit.
Staus in den Stoßzeiten in Botzdorf
Die Bahnübergangs-Sicherungsanlage, die erneuert wird, stammt aus dem Jahr 1993. Laut Christian Lorenz sei die verbaute Technik mittlerweile veraltet und wurde von der Herstellerfirma abgekündigt. Bisherige Elemente müssten deshalb zurückgebaut und durch moderne Komponenten ersetzt werden. So werden die Schrankenantriebe komplett erneuert und mit separaten Fußgängerschranken ergänzt, die Lichtzeichen werden durch LED-Signale ersetzt. Um die Sicherheit zu erhöhen, werden die Straßenmarkierungen und Geländer farblich gestaltet. Außerdem werde eine Anlage für akustische Warnzeichen installiert.
In den besagten vier Wochen wird der Bahnübergang für den Individualverkehr komplett gesperrt und durch Posten gesichert. Fußgänger können den Übergang aber einseitig queren: „Die HGK bemüht sich, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, verspricht Christian Lorenz. Ortskundige werden gebeten, auf andere Straßen auszuweichen. Eine Umleitung werde ausgeschildert. Dafür müssen die Anwohner größere Umwege in Kauf nehmen. Von Bonn/Roisdorf kommend beginnt die Umleitung laut Pinsdorf ab dem Servatiusweg über die Königstraße, den Hohlenberg und die Kalkstraße bis zum Kreisverkehr Lessingstraße/Pohlhausenstraße in Botzdorf. In der umgekehrten Richtung beginnt die Umleitung am besagten Kreisverkehr und führt ebenfalls über Kalkstraße, Hohlenberg und Königstraße Richtung Pohlhausenstraße. Dort ist die Pohlhausenstraße ab Donatusstraße Richtung Bahnübergang gesperrt.
Die Anwohnerin vom Birkenweg befürchtet ein Verkehrschaos durch die Umleitung, denn wenn die Straße Hohlenberg auf die Königstraße treffe, fahre man direkt in die Baustelle der Rettungswache am Hellenkreuz. Um zum Einkaufen oder zur Tankstelle zu fahren, nehmen manche schon jetzt lieber den Weg über Brenig und dann den Rankenberg hinunter zum Hellenkreuz. Auch das Zentrum Servatiusweg/Königstraße sei derzeit stark belastet, da vor allem morgens und abends zu Stoßzeiten noch mehr Verkehr wegen der Baustelle an der Wallrafstraße über die Königstraße fließe.
Hellenkreuz: Heikle Szenen an Ampelanlage
Derzeit baut der Rhein-Sieg-Kreis dort die neue Bornheimer Rettungswache, die voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 eröffnet werden soll. Mit ihr soll die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch die Notfallretter und Krankentransporte gewährleistet werden. Aktuell werden dort unter anderem Versorgungsleitungen gelegt. Dafür wurde zwischen Hellenkreuz und der Einmündung Königstraße/Hexenweg eine Ampelanlage in beiden Richtungen installiert. „Dort spielen sich heikle Szenen ab“, konnte ein Anwohner beobachten.

Wegen Erweiterungsarbeiten an der Grundschule und Sanierungsarbeiten am Stadion ist ein Teilstück der Wallrafstraße noch bis 2027 gesperrt.
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Stehe die Ampel auf Rot, komme es vor allem bei der Ausfahrt im Kreisverkehr zu gefährlichen Situationen: „Viele Autofahrer, die aus dem Vorgebirge nach Bornheim reinfahren, rechnen nicht damit.“ Tatsächlich war vor Ort zu beobachten, wie immer wieder Autofahrer plötzlich abbremsen mussten, als sie den Kreisel verließen. Wallrafstraße: „Damit die Grundschule Bornheim vierzügig bleibt und noch mehr Kinder im Ganztag betreut werden können, ist nun ein Anbau geplant“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung und auf ihrer Internetseite.
Bauarbeiten bis Sommer 2027
Seit Mitte Oktober ist daher die Wallrafstraße zwischen der Burgstraße und der Secundastraße vollständig gesperrt. Diese Sperrung werde bis zum Sommer 2027 dauern. Dann sollen die Bauarbeiten beendet sein. Es werde jedoch während des Bauprozesses abgewogen, ob eine frühere Öffnung möglich sei, heißt es aus dem Rathaus. Die Sperrung ist notwendig, um die Baustelle zu beliefern, Material zu lagern und den Schulhof vorübergehend zu erweitern. Wer sein Kind mit dem Auto zur Schule bringt oder abholt, kann die umliegenden öffentlichen Parkplätze auf der Burgstraße sowie am Hallenfreizeitbad nutzen. Auch das Vereinsheim des SSV Bornheim ist weiterhin erreichbar.
Geplant ist dort ein zweigeschossiger Anbau mit vier Klassenräumen inklusive Nebenräumen, der in allen Ebenen über ein neues Treppenhaus und eine Aufzugsanlage an das Bestandsgebäude angeschlossen wird. Der Anbau soll auf Ständern stehen, damit die Schulhoffläche erhalten bleibt. Im Sommer 2026 soll der Neubau dann bezogen werden und bis zum Sommer 2027 das Bestandsgebäude saniert sein.
Verkehrssituation in Bornheim: Ein Selbstversuch
Doch wie ist die Verkehrssituation? Bei einer Fahrt von Botzdorf hinunter nachmittags gegen 15 Uhr staute sich der Verkehr ab der Einmündung Pohlhausenstraße/Servatiusweg aus beiden Richtungen erheblich, wie ein Selbstversuch ergab. Zwei Busse und ein Transporter sowie mehrere Pkw versuchten sich durch das Nadelöhr Servatiusweg zu schlängeln. Rund zehn Minuten dauerte es, bis es gelang, den Servatiusweg auf die Königstraße in Richtung Roisdorf/Bonn zu verlassen. Aus der Gegenrichtung staute sich der Verkehr an diesem Nachmittag bis zum SUTI-Einkaufszentrum.