Der Rheinradweg zwischen Rhöndorf und Königswinter wird später fertig. Ein Grund sind „ungünstige Baubedingungen“.
1,96-Millionen-Euro-ProjektAusgebauter Rheinradweg in Bad Honnef ist erst ab Sommer befahrbar

Parallel zur Trasse der Stadtbahnlinie 66 wird zwischen Rhöndorf und Königswinter der Rheinradweg ausgebaut.
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Der Ausbau und die Modernisierung des Rheinradwegs zwischen Rhöndorf und Königswinter dauert noch einmal länger als zuletzt von der Verwaltung genannt. Voraussichtlich erst im Juni werde der 360 Meter lange Abschnitt, dessen Umbau stolze 1,96 Millionen Euro kostet, fertig, teilte die Stadtverwaltung jüngst im Ausschuss für Mobilität mit.
Gegenüber dieser Zeitung war zuletzt vom Mai gesprochen worden, beim Baustart im April 2024 war sogar noch von Anfang 2025 die Rede. Mehrere Rheinhochwasser, die Insolvenz einer Baufirma und „ungünstige Baubedingungen“ hätten zu den Verzögerungen geführt, teilte die Stadt am Montag mit. Unter beziehungsweise am Radweg verläuft eine Erdgasleitung.
Wegen Radwegebau ist eine Spur der Landesstraße 193 für Autos gesperrt
Der Ausbau des bisher schmalen Abschnitts auf vier bis fünf Meter Breite hat vergleichsweise große Auswirkungen. Fußgänger und Radfahrer werden über die rheinseitige Spur der Landesstraße 193 geführt. Dadurch kann die L193 von Autos nur von Königswinter aus in Richtung Rhöndorf befahren werden. In Gegenrichtung müssen Autos über die B42 ausweichen.
Michael Birk, Geschäftsführer der Rheinfähre Königswinter, hatte Anfang Februar gegenüber dieser Zeitung von recht gravierenden Auswirkungen der Straßensperrung Richtung Norden gesprochen. Demnach nutzen weniger Pkw die Verbindung über den Rhein nach Mehlem. Bei den Monatskarten habe es einen Rückgang von rund 30 Prozent gegeben.
In den kommenden sechs Wochen soll nach Angaben der Stadtverwaltung die sogenannte „Steinstickung“ im Uferbereich wiederhergestellt werden. Durch die naturnahe Methode würden größere Steine so angeordnet, dass sie Erosion verhindern und Hochwasserschäden verringern. Das schütze nicht nur das Rheinufer, es schaffe auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Im Anschluss sollen die Asphaltarbeiten beginnen.
Noch mitten im Verfahren ist die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben bei den Plänen für einen Berg-Tal-Radweg durch das Schmelztal (L143) , der einer Studie zufolge bis zu zwölf Millionen Euro kosten könnte. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer hatte eine Planungsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Landesbetrieb Straßen NRW angeregt.
Inzwischen habe es erste Gespräche gegeben und Unterlagen seien ausgetauscht worden, so die Stadtverwaltung im Ausschuss für Mobilität. „Das dauert schon ein bisschen länger“, betonte der Erste Beigeordnete Holger Heuser unter anderem mit Blick auf die „Vielzahl an Schutzgebietsverordnungen“. Die Flächen rechts und links der L143 liegen im Naturschutzgebiet Siebengebirge.