Tausende Besucher tanzten und feierten
WESSELING. Klaus Opree liebt die Bühne so sehr, dass es schon wehtut. Der ehemalige Frontman der erfolgreichen Band Trans M hatte unter der Woche einen schweren Motorradunfall, bei dem er fünf gebrochene Rippen, einen Schlüsselbeinbruch und eine Lungenquetschung davontrug.
Doch die anstehende Operation kann warten: Opree musste erst noch rocken. So heizte er mit seiner aktuellen Formation Undercover den tausenden Wesselingern ein, die zum Auftakt des Stadtfestes im Rheinpark in den lauen Sommerabend hineintanzten.
Das ist für den Klaus ein Heimspiel, das lässt er sich doch nicht von den Ärzten nehmen, scherzte Bürgermeister Günter Ditgens bei der Ankündigung seines langjährigen Weggefährten.
Mit gebrochenen
Rippen auf der Bühne
Schon vor 20 Jahren hatten die beiden gemeinsam den legendären Rock am Entenfang organisiert, so dass sich Ditgens über den Auftritt seines Freundes besonders freute und abseits der Bühne kräftig mitfeierte. Auch sonst war der tänzelnde Stadtherr mit dem Konzert sehr zufrieden. Toll, was unser Kulturleiter Harald Albert auf die Bühne gebracht hat. Die Leute scheinen die Musik so richtig zu genießen.
In der Tat waren viele Wesselinger in großer Partylaune und tanzten sich für das große Abschlussfeuerwerk um Mitternacht warm. Ausnahmsweise durfte diesmal auch die kleine Adriana (6) so lange mitfeiern. Ihre Mutter Luiza Lieberth und deren Freund Ralf Gangloff hatten extra eine Decke und etwas Proviant im Gepäck, um das sechsstündige Konzertprogramm bequem absolvieren zu können. Die Gesundheitsökonomin war besonders vom Auftritt der Band SUE N aus Gotha angetan. Die spielen genau meine Musikrichtung, und der Sänger hat eine tolle Stimme.
Keine Zeit zum Feiern hatten hingegen Beatrix und Sebastian vom Meckenheimer Sicherheitsdienst Endler. Gemeinsam mit Rottweiler Mister sorgten sie dafür, dass die Party friedlich verlief. Mister ist ein richtiger Rock-Liebhaber, der mag die Musik genauso gerne wie ich, tätschelte Beatrix ihrem Maulkorb-Musikus zärtlich den Kopf.
Zufrieden mit der Bandauswahl war auch der Freundeskreis von Hermann Knut. Mit fünf Ehepaaren feierte der 57-Jährige seinen Geburtstag nach. Wir sind eigentlich jedes Jahr hier, weil uns das Programm immer gut gefällt, stieß der Jubilar von den St.- Sebastianus-Schützen mit einem Kölsch auf seinen Ehrentag an. Da ist wirklich für jeden was dabei, ob alt oder jung, stimmte ihm sein Freund Heinrich Ehmanns zu.
Die beiden Schützenbrüder bewahrten sich ihre gute Laune auch am nächsten Tag noch. Der von ihnen betreute Schießstand war eine der zahlreichen Attraktionen, an denen sich die Besucher des Stadtfestes erfreuen konnten.
Noch etwas müde vom abendlichen Konzert turnte dort auch Kay Steven Mahler (5) auf der großen Hüpfburg. Schließlich hatte er bei seinem ersten Live-Konzert bis zum Ende in der ersten Reihe ausgeharrt, zu We will rock you mit seinen Eltern Sylke und Nando um die Wette geklatscht und ab und zu sogar die Luftgitarre gespielt.
Ihr Bestes gaben auf einer kleinen Bühne nebenan auch die Kindergartenkinder vom Entenfang-Schlösschen, die dem begeisterten Publikum mit einem Lied ihre Englisch-Kenntnisse demonstrierten. Die Damen des Frauenchors hingegen lieferten erneut den Beweis ihrer Backkünste: Die 48 selbst gebackenen Kuchen fanden zahlreiche Abnehmer.
Besonders groß war das Angebot für die jüngsten Besucher: Das Fußballfeld, die Baseball-Anlage, Pfeilewerfen und eine Kletterwand erfreuten sich großer Beliebtheit.
Für Freunde der Kunst hingegen lohnte sich ein Besuch der Wessinale. Über 50 Kunstschaffende stellten dort ihre Arbeiten aus und durften sich dank des trockenen Wetters über großes Interesse freuen.