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Weihnachtsessen im WandelEndet die Tradition des Weihnachtspuddings in England?

Lesezeit 2 Minuten
Ein Plumpudding wird am 28.12.2009 im britschen Leigh-On-Sea als „Christmas-Pudding“ mit Brandy übergossen beim Festtagsmenü flambiert serviert.

Ein Plumpudding wird als „Christmas-Pudding“ mit Brandy übergossen beim Festtagsmenü flambiert serviert.

Der traditionelle Weihnachtspudding verliert in Großbritannien an Beliebtheit, wie eine YouGov-Umfrage zeigt. Stattdessen planen zehn Prozent der Briten, gleich drei Fleischsorten am Festtag zu servieren.

Was für die Deutschen die Plätzchen sind, ist für die Briten der Christmas-Pudding. Jahrhundertelang gehörte die deftige Nachspeise mit Nüssen und Trockenfrüchten, die einem Kuchen ähnelt, aber gedünstet oder gekocht wird, auf der Insel zum Weihnachtsfest.

In „A Christmas Carol“ (Eine Weihnachtsgeschichte) beschreibt Charles Dickens, wie Mrs. Cratchit, Ehefrau von Bob Cratchit, der für den selbstsüchtigen Ebenezer Scrooge arbeitet, mit fast religiöser Ehrfurcht das berühmte Gericht auf einem Tisch platziert, ganz so, als wäre dieser die Essenz von Weihnachten.

Video mit Weihnachtspudding der Royals ging viral

Vor fünf Jahren durfte sogar der damals sechsjährige Prinz George, Sohn von Prinz William und Prinzessin Catherine, dabei helfen, den britischen Kuchen herzustellen. Ein Video zeigt, wie die mittlerweile verstorbene Königin Elizabeth II. erst interessiert zuschaute, dann jedoch etwas zurückwich, als George für ihren Geschmack wohl etwas zu wild in der Schüssel herumrührte. Die Fans zeigten sich weniger skeptisch. Das kurze Video wurde tausendfach geteilt. Doch die Zeit des Gebäcks scheint zu Ende zu gehen. Denn der traditionelle Weihnachtspudding verliert an Beliebtheit. Fast 60 Prozent der britischen Erwachsenen, die Weihnachten feiern, finden, dass er nicht mehr zwingend zu den Feierlichkeiten dazugehört, wie eine YouGov-Umfrage ergab. Warum das so ist, darüber gab das Meinungsforschungsinstitut indes keine Auskunft.

Mit einer nachlassenden Begeisterung für das Fest hat der Trend jedoch offenbar nichts zu tun. Doch das Geld fließt allerdings wohl eher in einen größeren Truthahn als in einen Weihnachtspudding. Denn laut einer Umfrage des Agriculture and Horticulture Development Board, einer Organisation im Vereinigten Königreich, die Landwirtschafts-, Gartenbau- und Ernährungssektoren unterstützt, wollen zehn Prozent der Briten dieses Jahr gleich drei unterschiedliche Fleischsorten auf den festlich gedeckten Tisch bringen. Am beliebtesten werde voraussichtlich Truthahn bleiben, gefolgt von Schinken zum Braten und Rindfleisch. Überdies seien neben Würstchen im Schlafrock auch Rosenkohl und Yorkshire-Pudding, ein Gebäck, ein wichtiger Bestandteil des Festtagsessens.

Experten zufolge deutet dies darauf hin, dass der Druck durch die hohen Lebenshaltungskosten nachgelassen hat. Und auch die Stimmung scheint jenseits des Ärmelkanals nach entbehrungsreichen Jahren wieder festlicher. Laut der Studie sind immerhin 40 Prozent der Briten der Meinung, dass Weihnachten in diesem Jahr schöner wird als 2023.