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„Jeder kann Zeuge sein“Neues Fahndungsportal der NRW-Polizei ist online

Lesezeit 2 Minuten
NRW Fahndungsportal

Judith Godglück (l), Mitarbeiterin im Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, erklärt Herbert Reul, Innenminister in Nordrhein-Westfalen, bei einer Pressekonferenz die neue Webseite zur Öffentlichkeitsfahndung in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf – Vom Räuber mit Maschinenpistole über den Vergewaltiger bis zum vermissten Kind: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat ein neues zentrales Fahndungsportal gestartet. „Jeder Internetnutzer kann auch Zeuge sein“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Düsseldorf. „Das muss die Polizei nutzen.“

Fotos, Videos und Audio-Dateien von gesuchten Menschen und Gegenständen sind unter der Adresse www.polizei.nrw/fahndungen abrufbar.

Die neue Website war am Montag allerdings zeitweise nicht erreichbar.

Schockierende Bilder sind mit Warnhinweis versehen

Schockierende Bilder etwa von nicht identifizierten Leichen sind mit einem Warnhinweis versehen. Das zentrale Portal sei ein „Riesenfortschritt“, erklärte Reul. Sachdienliche Hinweise können online an die rund um die Uhr besetzte Online-Wache weitergegeben werden. „Wir erhöhen die Reichweite der Fahndung damit deutlich“, sagte Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann. „Wir glauben, dass wir damit viel, viel mehr Feedback bekommen.“

Begonnen wurde am Montag mit 173 Fahndungsaufrufen. Vorreiter ist NRW mit dem Portal nicht: Es sollte ursprünglich bereits vor mehreren Jahren in Betrieb genommen werden, war aber nach dem Hinweis eines Hackers auf eine Sicherheitslücke gestoppt und aufwendig nachgebessert worden.

An den rechtlichen Vorgaben der Öffentlichkeitsfahndung ändere sich nichts, hieß es: Eine Fahndung mit Täterfoto muss weiterhin von einem Richter genehmigt werden. Bislang waren die Fahndungsaufrufe auf die Internetseiten der 47 Kreispolizeibehörden des Landes verteilt. Das neue Portal erlaubt es, Fälle nach Ort, Zeit oder Kategorie zu filtern. (dpa)