Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Mit GastronomieRünderother Bahnhof wird zu einem Hotel umgebaut

Lesezeit 3 Minuten
gie_Bahnhof-Ruenderot

Ründeroths Bahnhof haben (vl.) Friedhelm Miebach, Bürgermeister Dr. Gero Karthaus und Krystian Smagaj.

Ründeroth – Fahrscheine gibt es in der Wartehalle des Ründerother Bahnhofs seit vielen Jahren nicht mehr. Demnächst aber Schlüssel: Im Herbst des Jahres 2023 soll in dem alten Gemäuer ein Hotel eröffnen – und dessen Rezeption wird nach den Entwürfen von Architekt Ralf Rother in die alte Halle einziehen. Und nicht nur das: Nebenan, in der früheren Güterhalle, gibt es nicht nur Frühstück, sondern Mahlzeiten aller Art – für Hotelgäste, für Wanderer, für Ausflügler, für die Bewohner des Ortes.

Fast drei Millionen Euro investieren die Gemeinde Engelskirchen und die Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde (EGE) in das Projekt. Nachdem in der vergangenen Woche die letzten Entscheidungen gefallen sind, haben Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus sowie die EGE-Geschäftsführer Friedhelm Miebach und Krystian Szmagaj am Mittwoch die Pläne dafür vorgestellt.

„Das Vorhaben hat nicht nur für Engelskirchen, sondern für die gesamte Nachbarschaft eine große Bedeutung“, ist Karthaus sicher.

Historie soll spürbar sein

Noch gut kann er sich erinnern, wie er als Kind dort in den roten Schienenbus gestiegen ist, um zu den Großeltern nach Denklingen zu fahren. Tatsächlich sei der Ründerother Bahnhof der wohl einzige im Rheinland, der einst an einen anderen Ort gestanden hat: Bevor am 14. Oktober 1884 die Bahnstrecke von Köln bis zur vorläufigen Endstation Ründeroth eröffnet wird, steht das Gebäude in Recklinghausen. Da wird es abgebaut und eben nach Ründeroth gebracht.

Im Besitz seit 2015

2015 konnte Engelskirchen das knapp 1000 Quadratmeter große Gelände in der Ortsmitte Ründeroths aus dem Bundeseisenbahnvermögen kaufen – „zu einem fairen Preis“, wie Bürgermeister Dr. Gero Karthaus sagt. Seither wurde es auf die neue Nutzung vorbereitet und sozusagen entwidmet – seit 2019 hat die Gemeinde nun das Planungsrecht. (höh)

Die Historie soll überall spürbar bleiben, vom Restaurant über die Lobby hin in die Zimmer. Zuletzt war der Schützenverein beheimatet, danach stand der Bahnhof etliche Jahre leer und verfiel. „Jetzt sind wir gespannt, welche Überraschungen uns in den Mauern erwarten“, sagt Smagaj mit Blick auf Entkernung, die bis Ende dieses Jahres beendet sein soll. Bis Mitte 2022 sollen die Entwürfe ausgearbeitet sein, damit ab November 2022 gebaut werden kann. „Spätestens ein halbes Jahr vor der Eröffnung im September, Oktober 2023 suchen wir den Pächter für das Hotel und das Restaurant“, kündigt Friedhelm Miebach an. Bewerbungen nehme die EGE aber heute schon gerne entgegen, betont der Geschäftsführer.

Das könnte Sie auch interessieren:

Zwölf Zimmer soll die Herberge bekommen, eine Wohnung für die Pächterfamilie und ein Apartment gibt es überdies. Bisher hatte die Gemeinde einen Investor gesucht, aber keinen gefunden – trotz vieler Interessenten, wie Bürgermeister Karthaus betont. „Aber keinem gefiel die Rendite, auch das Risiko Gastgewerbe wollte keiner wagen.“ Dabei bestätigten zwei Gutachten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, dass es sich lohnt. Vorbild dafür sei übrigens die Gastronomie im Overather Bahnhof. „Falls es doch schiefgeht, haben wir eine Sicherung“, kündigt Karthaus an. So würden die Hotelzimmer kurzerhand zu Studentenwohnungen und in Apartments umgewandelt.