Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Vierte britische Frau mit HöchststrafeKrankenschwester muss wegen siebenfachen Babymords lebenslang in Haft

Lesezeit 2 Minuten
Diese Gerichtszeichnung vom 10. August zeigt die Krankenschwester Lucy Letby, die der Urteilsverlesung im Manchester Crown Court zuhört. Am Montag wurde das Strafmaß verkündet. Letby muss lebenslang in Haft.

Diese Gerichtszeichnung vom 10. August zeigt die Krankenschwester Lucy Letby, die der Urteilsverlesung im Manchester Crown Court zuhört. Am Montag wurde das Strafmaß verkündet. Letby muss lebenslang in Haft. 

Lucy Letby wurde zudem wegen des Mordversuchs an sechs weiteren Babys verurteilt. Anders als hierzulande wird sie nie wieder frei kommen.

Wegen Mordes an sieben Babys und Mordversuchs bei sechs weiteren muss die ehemalige Krankenschwester Lucy Letby den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen. Der Richter verurteilte die 33-Jährige am Montag in Manchester zur Höchststrafe – lebenslanger Haft. Anders als in Deutschland kommen die Verurteilten dabei nie wieder in Freiheit.

„Sie haben auf eine Weise gehandelt, die den normalen menschlichen Instinkten, Babys zu pflegen und zu betreuen, völlig zuwiderlief“, sagte er. Es habe sich um einen „groben Vertrauensbruch“ gehandelt. Letby ist damit erst die vierte Frau in Großbritannien, die zu der „whole life order“ genannten Höchststrafe verurteilt wurde. Zwei sitzen in Haft, die dritte starb hinter Gittern.

Babymord: Lucy Letby als erst vierte Frau zu "whole life order" verurteilt

Eine Jury hatte die ehemalige Krankenschwester am Freitag wegen mehrerer Morde und Mordversuche verurteilt. In zwei Fällen wurde sie freigesprochen, in zwei weiteren konnte sich die Jury nicht auf eine Entscheidung einigen.

Eines Berichts der britischen Zeitung „The Guardian“ zufolge könnte Letbys in noch mehr Vorfälle verwickelt gewesen sein, als bisher bekannt geworden ist. So habe der „Guardian“ aus Polizeiquellen erfahren, dass Letby „möglicherweise Dutzenden weiteren Säuglingen Schaden zugefügt hat“, hieß es in einem Bericht. Bei rund 30 Babys, die alle überlebt hätten, seien weitere „verdächtige Vorfälle“ ermittelt worden, die im Zusammen mit Letby stehen könnten, erklärte die Quelle demnach.

Lucy Letby: Schwerste Babymordserie der jüngeren britischen Geschichte

Letby betonte stets ihre Unschuld und verweigerte die Teilnahme an der Strafmaßverkündung. Es handelt sich um die schwerste Babymordserie der jüngeren britischen Geschichte.

Der Fall weckt Erinnerungen an den deutschen Krankenpfleger Niels Högel, dessen Mordserie internationale Beachtung gefunden hatte. Zwischen 1999 und 2005 beging Högel zahlreiche Morde an Patienten in zwei deutschen Krankenhäusern.

Die Gesamtheit der aufgeklärten Fälle stellt die größte Mordserie in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte dar. Insgesamt leiteten die Behörden in 332 Fällen Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts ein. Högel wurde wegen über 80 Morden verurteilt. (das/dpa)