Die Serie „Whiskey on the Rocks“ auf Disney+ verbindet Comedy und Drama, als ein russisches U-Boot vor Schweden strandet.
Skurriler Serienstart auf Disney+Russische U-Boot-Panne wird zur Komödie „Whiskey on the Rocks“

Rolf Lassgard in Whiskey on the Rocks
Copyright: Disney+
Ein russisches U-Boot kommt, dank seiner Wodka-beseelten Besatzung, vom Kurs ab und läuft vor Karlskrona an der südschwedischen Küste auf Grund. Diese Geschichte löste vor 40 Jahren einen diplomatischen Konflikt aus, der nur haarscharf an einer Katastrophe vorbeischrappte. Grund genug für Erfolgsautor Jonas Jonasson („Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“), daraus eine witzige Geschichte zu machen, die nun als sechsteilige Serie „Whiskey on the Rocks“ bei Disney+ zu sehen ist.
„Whiskey on the Rocks“: Schaf-Experten
Und so absurd wie die Ausgangslage ist auch der Umgang der handelnden Personen mit dem U-Boot-Dilemma: Zwei Fischer sehen das aus dem Wasser ragende Gefährt und beratschlagen nun, wem sie den Vorfall melden könnten. Es gäbe da jemanden Passenden in der Nachbarschaft, aber der habe sich vor Jahrzehnten einen Hammer geliehen und nie zurückgegeben – der scheide also aus. So probieren die beiden es bei der Telefonzentrale des Ministerpräsidenten — selbstredend nicht sonderlich erfolgreich.
Ein schwedischer Militär, dessen Vorfahren bei der Revolution aus Russland geflohen sind, sieht seine Chance gekommen, endlich Rache zu nehmen – und verhaspelt sich in seinem Wahn. Zwei Dolmetscherinnen versuchen ihrerseits bei einem Telefonat zwischen dem betrunken pöbelnden Leonid Breschnew und dem tumben, Burger futternden Ronald Reagan das Schlimmste zu verhindern.
Und mittendrin steckt der damalige schwedische Regierungschef Thorbjörn Fälldin (wunderbar gespielt von Rolf Lassgård), von Hause aus Schafzüchter, in anderen Worten eher gemütlich unterwegs. Aber als er in der russischen Botschafterin in Stockholm eine gleichgesinnte Expertin in Sachen Schafe findet, lösen die beiden den Konflikt auf unkonventionelle Weise. Das alles ist auf eine wunderbare Weise gleichermaßen überspitzt und albern.
Unvermitteltes Drama
Doch aus der Komödie schnellt immer wieder unvermittelt das Drama hervor. Während alle froh sind, dass es trotz von Westen und Osten eingesetzter Kriegsmarine bislang nicht zu einer Konfrontation gekommen ist, droht Breschnew dem U-Boot-Kommandanten: Er schicke dessen Töchter nach Sibirien, sollten die Schweden das U-Boot betreten können, bevor der Kapitän es in die Luft gesprengt habe. Man weiß genug über die diversen Druckmittel und brutalen Strukturen des sowjetischen Regimes, dass es einem in diesem und vielen anderen Momenten der Serie kalt den Rücken runterläuft.
Trotz der deutschen Synchronisation ist das Original mit Untertiteln zu empfehlen: Nicht nur um die Schweden schwedisch, die Russen russischen sprechen und den Ministerpräsidenten vor internationalen Journalisten englisch radebrechen zur hören. Besonders lustig wird es, wenn die Schweden versuchen, mit den Russen zu kommunizieren und es einfach mal mit Deutsch versuchen ...
„Whiskey on the Rocks“, sechs Folgen, jeweils ca. 30 Minuten, bei Disney+.