Stadtteilfest Köln-GremberghovenBreakdance vor dem Eisenbahn-Denkmal

Ein paar Stücke Pappe reichen, dann ist die Bühne bereit: Breakdance vor sachkundigem Publikum.
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Gremberghoven – Welch ein Kontrast: Beim Stadtteilfest rund um den Bürgertreff „Zur alten Bäckerei“ im Talweg heizte die Deutschrap-Gruppe „Brotos Bandia“ mit Gesang und Breakdance-Akrobatik ein. Im selben Programm boten die Herren der Eisenbahn-Singgemeinschaft, die vor zwei Jahren 90-jähriges Bestehen feierte, gediegene Männerchor-Musik.
Nicht nur die Jungen zückten ihre Smartphones, um die spektakulären „Moves“ der sympathischen Hiphop-Fans aus Köln und Bergisch Gladbach zu filmen. Zusammengeklebte Pappe, auf den harten Parkplatz-Asphalt gelegt, genügte den tollen Tänzern, darunter ein Mädchen, für schnelle Drehungen auf dem Kopf und auf dem Rücken, Handstände und Überschläge.
Bei bestem Frühlingswetter füllte sich der Vorplatz der alten Bäckerei schnell. Für eine Kaffeetafel, Getränke und später Grill-Spezialitäten war reichlich gesorgt. Die Kinder durften sich auf der Hüpfburg austoben.
Freilichtmuseum mit Bezug zur Ortsgeschichte
Der Bürgerverein Gremberghoven mit seinem Vorsitzenden Gunther Geisler hatte den Sänger Herbert Ihle und die Sängerin Lolita Filonenko für die Unterhaltungsmusik engagiert. So erklangen neben kölschen Liedern wie „Rut sin de Ruse“ internationale Evergreens, und auch hier gab es eine Überraschung: Saxofonbegleitung gab dem Gesang eine besondere Note, und das begeisterte die Zuhörer erst recht.
Im vergangenen Jahr hatte der Bürgerverein das Denkmal Bahnhofplatz zur Erinnerung an die Eisenbahner-Siedlung von Gremberghoven offiziell eröffnet. Mit der Achse einer Güterzugdampflok auf einem Stück Gleis, dem Haltestellenschild und der Bahnhofsuhr ist so neben dem Bürgertreff ein kleines Freilichtmuseum entstanden.
Vor drei Jahren rief der Bürgerverein, ebenfalls mit Bezug zur Stadtteilgeschichte, die Auszeichnung „Goldener Schotterstein“ für Verdienste um das Veedel ins Leben. Der erster Geehrte war Heinz Weßeling, der sich für den örtlichen Chorgesang, den Neubau der katholischen Kirche und als Sprecher fürs Seniorennetzwerk engagierte. 2018 ging der vergoldete Stein aus dem Gleisbett, ohne den nichts rundläuft, an Adelheid Esser, die Vorsitzende der aus dem Bahnsozialwerk hervorgegangenen BSW Singgemeinschaft. Jetzt wurde die Ehrung Erika Ketter zuteil, die sich in der katholischen Kirchengemeinde engagiert und das multikulturelle Nachbarschaftsfest „Wohnen am Talweg“ ausrichtet (die Rundschau berichtete). Auch der Schirmherr, Bezirksbürgermeister Henk van Benthem, stattete dem Stadtteilfest einen Besuch ab.