Die Stadt hat die Auszählung unterschätzt und die Olympia-Party fast ausgebremst. Das hätte nicht sein müssen.

Olympia-AuszählungKöln blamiert sich – Das war ein Scheitern mit Ansage

Ein Kampagnenplakat der NRW-Olympiabewerbung Köln-Rhein-Ruhr am Kölner Dom.
Copyright: Thilo Schmülgen
Zwei Tage nach der chaotischen Auszählung zum Olympia-Entscheid könnte der Eindruck entstehen, alles sei bestens gelaufen. Das Ergebnis stimmt, keine Frage. Auch in Köln haben die Leute Lust auf die Spiele und unterstützen die Bewerbung. Dass dies aber erst um 3 Uhr am Montagmorgen feststand, war alles andere als ein olympisches Glanzstück. Es war wiedermal eine Vorlage für alle, die so gern sagen: Köln kann es einfach nicht.
Zur Erinnerung: Die Olympia-Bewerbung ist eines der zentralen Themen des NRW-Ministerpräsidenten und des Kölner Oberbürgermeisters. Die geballte Prominenz der Bewerberstädte hatte am Sonntag das Sektglas gehoben – allein die Kölner Ergebnisse fehlten. Die Hohenzollernbrücke konnte durch die Zeitlupenzählung nur kurz in den Olympischen Farben leuchten – die Kölner Ergebnisse fehlten ja lange Zeit. Und als die Tendenz klar war und das beeindruckende Bild leuchtete wie eine Fototapete, waren die meisten Bürgermeister längst zu Hause. Ganz schön peinlich.
Stadt Köln blamiert sich bei Auszählung
Auch am Dienstag erweckt die Stadt den Eindruck, als habe sich die Auszählung um ein Viertelstündchen verzögert. Dabei hätte ein einfacher Satz gutgetan. Vorschlag: „Das haben wir nicht gut gemacht“ oder: „Es tut uns leid, dass es bis zum frühen Morgen gedauert hat.“ Ein Sorry für die Helfer vielleicht.
Und: Es gibt Gründe für das Chaos. Die Stadt hat die Aufgabe der Auszählung massiv unterschätzt. Es waren schlicht viel zu wenig Wahlhelfer im Einsatz – dabei hatte es genügend freiwillige Bewerber gegeben. Die Erklärung der Stadtdirektorin ist keine: Früh im Vorfeld mussten bestimmte Entscheidungen getroffen werden? Stimmt. Offenbar waren es die falschen. Die Stadt hat zu wenig Stimmbezirke eingeteilt, so dass die Helfer mit Briefen förmlich geflutet wurden. Natürlich hätte man schon im Januar wissen können, dass es keine Wahlbeteiligung von nur 20 Prozent geben wird. Ein Blick zur Konkurrenz nach München hätte geholfen. Und ja, man hätte auch in zwei Schulen auszählen können. Ein Blick nach Düsseldorf wäre ebenfalls hilfreich gewesen: Dort waren es etwas mehr Helfer – bei nur der Hälfte der abgegebenen Stimmen. Ganz schön clever, die Nachbarn.
All das wird hoffentlich bald zu einer Fußnote der Bewerbung. Die Stadt tut aber gut daran, Fehler offen einzuräumen und daraus zu lernen, und es beim nächsten Mal besser zu machen. Fast schon ein olympischer Gedanke.
