Kölner NiederlassungDiese Frau leitet die Kölner Harley-Davidson-Werkstatt

Ungewöhnlicher Frauenberuf: Caro liebt das Schrauben an der Harley. Auch ölverschmierte Hände kennt sie sehr gut.
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Köln – „In einem Büro würde ich mich nicht wohlfühlen“, sagt Caro Krebs und lässt das schwarz glänzende Öl aus dem Filter einer Harley ab. Sie mag die Werkstatt, mit allem, was dazugehört. Dreckverschmierte Hände sei sie gewöhnt, genau wie die etlichen Pin-up-Kalender an den Wänden, die ihre sechs männlichen Mechaniker-Kollegen aufgehängt haben.
Die 35-Jährige arbeitet seit sechs Jahren als Werkstattleiterin in der einzigen Kölner Zweigstelle von Harley-Davidson. Die US-Kultmarke steht für ein Lebensgefühl auf zwei Rädern: das gemütliche Reisen auf dem Highway, Freiheit und Abenteuer. Und eben auch echte Kerle. „Immer mehr Frauen sind von Harleys fasziniert“, widerspricht Karl-Jörg von Herz, Geschäftsführer der Kölner Niederlassung. „Sie wollen nicht nur Sozius sein, sondern selbst fahren.“ Wie Daniela Denz. Die 38-Jährige bekommt Fahrstunden auf der Harley-Davidson: „Das ist ein ganz besonderes Gefühl.“ Wenn Denz ihre Prüfung bestanden hat, will sie mit ihrem Lebensgefährten zusammen fahren. Stolz zeigt sie auf dem Handy Bilder ihrer weißen Harley mit Airbrush-Print, die gerade für sie angefertigt wird.
Harley-Davidson mit Wiedererkennungswert
„Fast alle Maschinen bekommen von ihren Fahrern eine persönliche Note“, berichtet von Herz. Die günstigsten Maschinen gibt es ab 9000 Euro, nach oben hin gebe es keine Grenze. Manche haben Sitze, in denen die Fahrer wie in einem bequemen Sessel sitzen, andere sind mit Soundanlage und Navi ausgestattet. Diese individuellen Umbauten heißen „Customizing“ und werden auch in Köln durchgeführt. Also viel zu tun für Caro Krebs.
Dabei fährt die Werkstattleiterin – vor kurzem übrigens noch die erste und einzige in Deutschland – privat gar keine Harley. „Mein Motorrad ist viel kleiner und schneller“, schmunzelt die zierliche Mechanikerin. Ihren Führerschein hat sie mit 19 gemacht, kurz danach entschied sie sich für die Ausbildung.

Keine Anstrengung ist ihr zu schwer. Wo manche Männer versagen, packt Caro Krebs erst richtig an.
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Beim „Harley Dome“, der am Samstag und Sonntag mit freiem Eintritt zum ersten Mal an der Allee am Deutzer Hafen stattfindet, wird Krebs das Werkstattzelt betreuen und dort die ein oder andere schwere Maschine verarzten.