Das fröhliche Feiern zu Weiberfastnacht in Köln wird von mehreren schrecklichen Ereignissen überschattet. Ein Mann ist tot, zwei Frauen wurden mutmaßlich vergewaltigt.
Bilanz zu WeiberfastnachtPolizei ermittelt wegen zwei Vergewaltigungen – S-Bahn erfasst Mann
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Polizisten sicherten bereits in den frühen Morgenstunden die Straßen rund um den Alter Markt vor dem Beginn des Karnevals.
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Die Kölner Polizei hat den Auftakt des Straßenkarnevals am Donnerstag, 27. Februar, intensiv begleitet, verstärkt waren Polizeikräfte in der Stadt unterwegs. Jetzt hat die Behörde eine Einsatzbilanz zu Weiberfastnacht veröffentlicht.
Kurz nach 19 Uhr war ein Mann an der Haltestelle Hansaring von einer in Richtung Ehrenfeld einfahrenden S-Bahn erfasst worden. Nach Angaben der Polizei war er nicht kostümiert. Seine Verletzungen waren tödlich. Die Polizei geht von einem Suizid aus. Aufgrund des Einsatzes wurde der Bereich um die Haltestelle weiträumig gesperrt, das hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr am Hauptbahnhof.
Karneval in Köln: Weniger Menschen unterwegs, vier Sexualdelikte angezeigt
Die Beobachtungen der rund 1.500 Polizistinnen und Polizisten zum jecken Treiben in Köln: „An den Hotspots im Zülpicher Viertel, in der Altstadt und auf den Ringen feierten in diesem Jahr weniger Menschen in der Kölner Innenstadt als in den Vorjahren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Einsatzkräfte hätten es überwiegend mit friedlich Feiernden zu tun gehabt und nur gelegentlich eingreifen müssen.
Jedoch wurden nach Angaben der Polizei bis 20 Uhr vier Sexualdelikte angezeigt – darunter zwei Vergewaltigungen. Einer der Tatverdächtigen konnte offenbar identifiziert werden: Er soll gegen 17 Uhr in einer mobilen Toilette im Zülpicher Viertel eine 18-Jährige vergewaltigt haben, die Frau bat daraufhin in einem Lokal um Hilfe. Im zweiten Fall ist der Unbekannte noch flüchtig. Eine junge Frau meldete der Polizei, gegen 14.30 Uhr im Bereich der Uniwiesen in einer mobilen Toilette vergewaltigt worden zu sein.
Polizei Köln ermittelt wegen 25 Körperverletzungen
Darüber hinaus ermittelt die Polizei wegen 25 Körperverletzungen. In einem Fall soll ein Türsteher einen Gast nach einem Streit in einem Lokal durch einen Schlag ins Gesicht verletzt haben. Rettungskräfte brachten ihn ins Krankenhaus.
Zudem wurde die Kamera eines 76-Jährigen sichergestellt, heißt es weiter: Der Mann erhielt von der Polizei einen Platzverweis, nachdem er mutmaßlich die Gesäße von Frauen fotografiert hatte. Wegen eines Handydiebstahls hätten Polizisten zwei Wohnungslose im Alter von 16 und 36 Jahren vorläufig festgenommen. Der Besitzer habe das Handy orten können, woraufhin die Festnahme erfolgt sei.
Es gab bis 20 Uhr laut Behörde 76 Platzverweise, 14 Menschen seien zur „Verhinderung von Auseinandersetzungen sowie zur Durchsetzung von Platzverweisen in Gewahrsam“ genommen worden. Auf den Straßen führten die Beamten 210 Kinder- und Jugendschutzkontrollen durch. Bei rund 370 Messerkontrollen habe man sieben täuschend echt aussehende Waffen sowie mehrere Messer sichergestellt, so die Pressestelle. (sbo)
Hinweis: In einer früheren Version des Artikels haben wir von drei Vergewaltigungen geschrieben. Diese Information ist jedoch falsch. In der Pressestelle der Polizei war es zu einem Missverständnis gekommen, woraufhin von drei Fällen berichtet wurde. Wir haben die Anzahl der gemeldeten Vergewaltigungen auf zwei korrigiert.