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Kölner Feuerwehr informiertSo können Kindern vor Brandverletzungen geschützt werden

Lesezeit 3 Minuten
Mit einem Wassereimer wird ein brennender Adventskranz gelöscht.

Anhand von praktischen Beispielen erklärt die Kölner Feuerwehr den Kleinen das richtige Verhalten bei Gefahr.   

Die besinnliche Weihnachtszeit birgt einige versteckte Gefahren - vor allem für kleine Kinder. 

„Die Gefahren werden oft unterschätzt und dadurch kommt es zu einer Vielzahl von Einsätzen“, erklärt Frank Hubert, Leiter der Brandschutzerziehung bei der Kölner Feuerwehr. In vielen Schulen und Kindergärten würde die weihnachtliche Dekoration schnell zum Risiko werden. Vor allem Adventskränze seien eine oft unterschätzte Gefahrenquelle. Hubert vermutet, dass sich viele unnötige Einsatzfahrten verhindern ließen, „wenn die Leute sachgemäß mit Feuer umgehen würden.“

Anlässlich des Aktionstags des Brandverletzten Kindes, lud die Kölner Feuerwehr gemeinsam mit dem Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße am Donnerstag zu einem Kurs zur Prävention von Brandverletzungen ein. Rund 15 Vorschülerinnen und Vorschülern wurden auf der Feuerwache 6 in Chorweiler über die Gefahren der Weihnachtszeit aufgeklärt. Das Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße behandelt jährlich rund 250 Kinder stationär. Die meisten der dort behandelten Kinder sind jünger als drei Jahre. Dabei sind Brandverletzungen nicht selten die Folge von Unfällen im Haushalt.

Zunächst bekamen die Kinder einen Überblick über die Ausrüstung der Feuerwehr: Frank Hubert zeigte ihnen seine feuerfeste Kleidung und Bilder der Fahrzeugflotte der Kölner Feuerwehr. Den Vorschülern wurde anhand von verschiedener Szenarios erklärt, wann eine Feuer- oder Hitzequelle zur Gefahr wird und wie man sich einem solchen Notfall richtig verhält. 

Frank Hubert erklärt den Kindern, wie sie sich in einer Gefahrensituation verhalten sollen.

Frank Hubert erklärt den Kindern, wie sie sich in einer Gefahrensituation verhalten sollen.

Praktische Beispiele eindrücklich demonstriert

Von der Theorie ging es dann auch direkt in die Praxis: Die Feuerwehrleute spielten den Kindern an dem aufgebauten Elektroherd typische Situationen aus dem vorweihnachtlichen Alltag vor. Der heiße Ofen mit den Weihnachtsplätzchen, der Topf mit dem kochenden Teewasser ...

Viele Gefahrenquellen erfassten die Vorschüler zunächst gar nicht.  Die Kinder durften deshalb, mit ausreichend Sicherheitsabstand, ihre Hände in die Nähe der heißen Gegenstände halten, und so selbst die Gefahr erspüren. Als zusätzliche Veranschaulichung hielten die Feuerwehrleute eine Wärmebildkamera auf die Gefahrenquellen, so konnten die Kinder an dem angeschlossenen Bildschirm die genaue Temperatur in Grad Celsius ablesen.

Zum Ende der Vorstellung ließ einer der Feuerwehrleute eine Kerze an dem aufgebauten Adventkranz umkippen, welcher daraufhin in Flammen aufging. Die Kinder sahen gebannt zu, wie die Feuerwehrleute mit einem Eimer Wasser die Gefahr entschärften. 

Neugierde und Unaufmerksamkeit können fatale Folgen haben

Dr. Rebecca Pohle ist Leiterin des Zentrums für Schwerbrandverletzte Kinder am Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße. Laut ihr würden sich viele Gefahren aus der Neugierde der Kinder ergeben. Als Beispiel nennt sie das Kabel des Wasserkochers, das von der Küchentheke herunterhängt. „Das kleine Kind sieht irgendeinen baumelnden Gegenstand und zieht dran.“  Die verherrende Folge: Verbrühungen. Ein typisches Verletzungsbild, so die Oberärztin.

Besonders zur Weihnachtszeit würden auch Kerzen ein Risiko für den Nachwuchs darstellen. Die Kinder lehnen sich über die Kerze, um sie auszupusten. Dabei würden die Haare schnell Feuer fangen. „Das ist besonders schlimm, weil es Gesichtsverbrennungen zur Folge hat, die natürlich sehr stigmatisierend sein können“, erklärt die Chirurgin.

Eine häufige Gefahrenquelle sei auch die Tatsache, dass sich in der Weihnachtszeit oft viele Menschen auf engem Raum befinden, wie zum Beispiel bei Familienfeiern. Die Ärztin mahnt zur Vorsicht: „Die Kinder sind so schnell und wendig, eine Sekunde der Unaufmerksamkeit kann desaströse Folgen haben.“ Auch Tassen mit Heißgetränken seinen eine typische Gefahr in der Weihnachtzeit.

Die Kinderchirurgin zieht die Eltern in die Verantwortung: Sie müssten sich informieren, um Unfälle zu verhindern: „Es kann einiges passieren. Und wenn man nicht weiß, was passieren kann, dann wird man seine Kinder auch nicht davor schützen können.“

Dr. Rebecca Pohle appelliert an die Eltern, sich über alltägliche Gefahren für ihre Kinder zu Informieren.

Dr. Rebecca Pohle appelliert an die Eltern, sich über alltägliche Gefahren für ihre Kinder zu Informieren.