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Über 700.000 GästeSchokoladenmuseum feiert zweiten Besucherrekord in Folge - das sind die Gründe für den Erfolg

Lesezeit 3 Minuten
Die neue Ausstellung „Schokolade ist ein Gefühl“ im Obergeschoss des Museums.

Die neue Ausstellung „Schokolade ist ein Gefühl“ im Obergeschoss des Museums.

Im vergangenen Jahr eröffnete im Kölner Museum ein neuer bunter Ausstellungsbereich. Die nächste Neuerung steht bereits in diesem Sommer an.

Das Schokoladenmuseum ist und bleibt der Zuschauermagnet Nummer eins unter den Kölner Museen. Im 32. Jahr seit der Eröffnung 1993 feiert das Haus im Rheinauhafen nun sogar einen neuen Besucherrekord. 706.000 Gäste aus aller Welt besuchten das beliebte Ausflugsziel 2024. „Unser Rekordjahr zeigt eindrucksvoll, wie groß die Faszination für Schokolade und ihre Geschichte weltweit ist. Wir sind stolz darauf, ein Ort zu sein, der Menschen jeden Alters und jeder Herkunft begeistert und verbindet“, sagt Annette Imhoff, Geschäftsführerin des Schokoladenmuseums.

Stärker als je zuvor kam das privat geführte Museum aus der Corona-Pandemie zurück. Bereits 2023 feierte es mit 665.000 Gästen einen Besucherrekord, der nun schon wieder Geschichte ist. Seit seiner Eröffnung zählt das Museum stolze 16 Millionen Gäste. Es sind Zahlen, von denen die städtischen Museen nur träumen können (siehe Info unten).

Schokoladenmuseum in Köln: Stetige Weiterentwicklung

Für Annette Imhoff ist die stetige Weiterentwicklung des Hauses der Schlüssel für die Erfolge. Allein seit 2020 hat das Schokoladenmuseum zehn Millionen Euro in die schrittweise Modernisierung der Ausstellungsbereiche investiert. Im vergangenen Jahr öffnete mit der Ausstellung „Schokolade ist ein Gefühl“ ein neuer Bereich im Dachgeschoss. In der farbenfrohen Schau dreht sich dort alles um die vielfältigen Gefühle, die Schokolade in den Menschen auslöst. Dazu beleuchtet ein weiterer Teil das Thema Schokolade in der Werbung.

Mit der Fertigstellung dieses Präsentationsbereiches begann direkt das nächste Projekt. Die Ausstellung über die Kulturgeschichte der Schokolade bekommt Stück für Stück und während des laufenden Betriebs ein Update. Denn das Wissen über die Geschichte der Schokolade hat sich seit der Eröffnung des Museums erweitert. Gingen Forschende damals noch von einer 3000 Jahre langen Kulturgeschichte aus, weiß man heute, dass die Geschichte sogar 5000 Jahre zurückreicht. In einem Raum wird es die Projektion einer Ausgrabung in Anlehnung an das ecuadorianische Santa Ana geben, wo Tonscherben mit Kakaoresten gefunden wurden. „Unser Anspruch ist es, inhaltlich und didaktisch stets auf der Höhe der Zeit zu bleiben“, erklärt Imhoff. Im Juni soll die Ausstellung fertig sein.

Schoko-Brunnen bleibt einer der Höhepunkte der Ausstellung

Auch die schon lange bestehenden Anziehungspunkte des Museums wurden in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Der Schokobrunnen steht jetzt auf einem goldenen Podest und die gläserne Schokoladenfabrik hat sich zu einer Art begehbaren Infografik weiterentwickelt.

Der Schoko-Brunnen ist für viele Besucherinnen und Besucher das Highlight im Schokoladenmuseum.

Der Schoko-Brunnen ist für viele Besucherinnen und Besucher das Highlight im Schokoladenmuseum.

Ausgebaut hat das Museum in den vergangenen Jahren auch seinen Auftritt in den digitalen Medien, um eine breite Zielgruppe und vor allem junge Menschen anzusprechen. „Unsere digitalen Kanäle sind entscheidend, um unsere Botschaften zeitgemäß zu vermitteln und unsere Attraktivität weiter zu steigern“, sagt Imhoff.

Eine maßgebliche Veränderung startete das Museum im Frühjahr 2024. Um die großen Besucherströme zu den Stoßzeiten besser zu verteilen, führte Imhoff mit ihrem Team im vergangenen Jahr das Zeitfenster-Ticket ein. Damit buchen Besucherinnen und Besucher einen verpflichtenden Einlass-Slot. 120 Tickets sind je Viertelstunde verfügbar. Die Maßnahme habe für das Museum zu einer deutlich entspannteren Atmosphäre im Foyer und im Museum geführt, vor allem an den Wochenenden. Ob eine weitere Steigerung der Besucherzahlen auch im dritten Jahr in Folge möglich ist, sei allerdings schwer abzusehen. „Unser Ziel für 2025 ist es, die Marke von 700.000 Besuchern erneut zu erreichen“, sagt Imhoff.


Städtische Museen in Köln mit deutlich weniger Besuchern

736.895 Besucher zählten die neun städtischen Museen 2023 zusammen – also nur knapp mehr als das Schokoladenmuseum. Die Zahlen stiegen 2023 zwar, konnten aber noch nicht an die Vor-Corona-Zeiten anknüpfen. Zwischen 2007 und 2019 zählte die Stadt durchschnittlich 976.000 Besucher pro Jahr. Die meisten Besucher zählte 2023 das Museum Ludwig (282.000), gefolgt vom Wallraf-Richartz-Museum (121.000) und dem NS-Dok (76.000). (sim)