Dass Künstlerinnen und Künstler, je länger sie im Geschäft sind, immer größere Shows abliefern müssten, findet Sänger Ian Hooper ein „blödes Spiel“.
Akustik-Konzert in der Philharmonie„Verdammt, seid ihr leise“ – Mighty Oaks feiern Rückkehr in Köln

Die Mighty Oaks in der Philharmonie.
Copyright: Kaja Hempel
Mucksmäuschenstill wird es im Publikum, als die Mighty Oaks am Donnerstagabend die ersten Töne in der Kölner Philharmonie anspielen. Es ist fast so, als hielten die Zuschauenden den Atem an, um keinen einzigen Ton zu verpassen, den die Folk-Band nach einer langen Pause wieder auf die Bühne bringt. Eine Auszeit, aus der die Berliner Gruppe mit dem neuen Album „High Times“ im September zurückkehrte und Fans nun mit einer Akustik-Tour begeistert.
Die Band, bestehend aus Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders, bringt an diesem Abend viele der Lieder des neuen Albums mit, so etwa „Go To Hell“, „Runaway Train“ oder „Tacoma“. Wie in alter Manier beschäftigen sich auch die neuen Hits hauptsächlich mit Liebe und Trennung, Selbstfindung und emotionalen Erinnerungen – Themen, mit denen sich Menschen aller Altersklassen identifizieren können. Das spiegelt sich auch im Publikum in der Philharmonie wider. Dieses erfreut sich gleichermaßen an den bereits bekannteren Liedern der Mighty Oaks, wie „Great Northwest“ oder „You saved my Soul“, ein Titel des Albums „Howl“. Mit diesem Album schaffte die Band 2014 ihren Durchbruch.
Mighty Oaks in Köln: „God damn, you‘re quiet“
Vor allem auf „Seven Days“ scheinen viele Gäste gewartet zu haben und jubeln bereits, als der Song angespielt wird. Ein seltener Moment an diesem Abend, da das Publikum auch zwischen den Liedern – nach dem Applaus für den jeweiligen Song – unfassbar ruhig ist. Das entgeht auch Frontmann Hooper nicht. „God damn, you‘re quiet“ (Verdammt seid ihr leise), sagt der gebürtige Amerikaner und sorgt damit für einige Lacher.
Wenn er mit dem Publikum spricht, wechselt er zwischen Deutsch und Englisch. So erzählt er im Laufe des Abends, warum die Mighty Oaks eine mehrjährige Auszeit einlegten: „Wir brauchten eine Pause, um uns um unsere Familien zu kümmern.“ Danach hätten sie entschieden, dass der Wiederanfang sehr akustisch sein soll. Dass Künstlerinnen und Künstler, je länger sie im Geschäft sind, immer größere Shows abliefern müssten, fände er ein „blödes Spiel“. Die Mighty Oaks würden lieber bodenständig bleiben und damit weiterhin alles live spielen können. In Bezug auf Köln ergänzt er: „Die Philharmonie war eine Ansage“. Er bezieht sich dabei auf die Größe des Saals und dankt den Gästen, dass sie diesen gefüllt haben.
Zum Schluss wird noch einmal die Vorgruppe auf die Bühne geholt: Die Sängerin Joya Marleen aus der Schweiz. Die 21-Jährige begeisterte mit ihrer klaren, voluminösen Stimme und performt nun einen Song gemeinsam mit den Mighty Oaks. Am Ende des Konzerts gibt es stehende Ovationen und während der beiden Zugaben spielt die Band auch den wohl bekanntesten Song „Brother“ von dem Album „Howl“. Das Publikum setzt sich diesmal nicht wieder hin.