Das erste eigene Konzert des Kölner Männerchors "Grüngürtelrosen" im Gloria fiel mit dem 66. Geburtstag des Clubs zusammen.
GloriaSo wild feierten die „Grüngürtelrosen“ ihr erstes Konzert

Party auf kölsche Art: Bei Auftritten der „Grüngürtelrosen“ ist das Publikum Teil des Chors.
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Was 2018 als Schnapsidee am Tresen einer Kölner Hipster-Bar begann, ist heute ein wahr gewordenes Träumchen. Kölns „schrägster, wildester, schönster“ Männerchor „Grüngürtelrosen“, hat am Samstag das Gloria mit der ersten eigenen Show „Nacht der Rosen“ proppenvoll gemacht. „Genau hier hatten wir vor vier Jahren den ersten Auftritt“, erzählt Chorleiter Constantin Gold. Damals war die inzwischen auf 130 Männer angewachsene Amateur-Gesangsgruppe, musikalische Unterstützung von Soulsänger „Flo Mega“. Im selben Jahr traten die Grüngürtelrosen im Stadion und mit Cat Ballou in der Lanxessarena auf. Nun die erste eigene Show, und die riss von Anfang an zu Begeisterungsstürmen hin, die auch vor den Türen auf der Apostelnstraße zu hören waren.
Wo solch eine Erfolgsgeschichte ihren großen Höhepunkt feiert, lassen sich gerne professionelle Gäste dazu einladen. So auch die Kölner Pop-Band „OK Kid“. „Planschemalöör“ gab kölschen Surfpop dazu. Für die Show haben die Grüngürtelrosen 56 Songs aus internationalem Pop, Schlagern und Karnevalsliedern vorbereitet, die meisten in Medleys. „Forever young“, „Time of my Life“ aus „Dirty Dancing“ mit atemberaubender Hebefigur begeisterten ebenso wie kölsche Klassiker. Begleitet wurden die Sänger überwiegend nur von Constantin Gold am Klavier. Den ersten eigenen Song „Kölle“, eine Liebeserklärung an die Heimatstadt, gab es selbstverständlich auch auf die Ohren.
Das Gloria feiert 66. Geburtstag
Was die Grüngürtelrosen selbst nicht wussten: Mit ihrem Konzert feierte das Gloria-Theater sein Jubiläum. Seit sechs mal elf Jahren gibt es die ungewöhnliche Veranstaltungsstätte in der Altstadt-Nord. Ihre Geschichte sei auch eine Zeitreise durch den Kulturwandel der Bundesrepublik, meint Geschäftsführer Marcus Ehlert.
In der Blütezeit der Lichtspieltheater eröffnete das Gloria am 30. November 1956 als Premierenkino. In den 60er-Jahren liefen Hollywood-Klassiker wie „Frühstück bei Tiffany“. Obwohl das Fernsehen nun in deutsche Wohnzimmer einzog, konnte sich das Kino weitere 33 Jahre behaupten, allerdings zum Schluss als „Pornokino“.
Seinen bis heute geltenden Ruf als beliebter Treffpunkt baute sich das Gloria seit den neunziger Jahren auf. Nachdem die heutigen Betreiber Claudia Wedell und Michael Zscharnack 2004 die Leitung übernommen hatten, entwickelten sie die Veranstaltungsstättezu einem angesagten Club.
„Eine großartige Location! Einer der schönsten Clubs Deutschlands.“
Namenhafte Künstler wie „Coldplay“ oder „P!nk“ spielten hier. „Eine großartige Location! Einer der schönsten Clubs Deutschlands“, lobte Campino von den „Toten Hosen“ mal das Gloria. Der Club hat sich inzwischen als feste Größe in der Kölner Kulturszene etabliert: Die lit.Cologne gehört ebenso zum Programm wie Comedy- und Theaterveranstaltungen. Die Corona-Pause wurde genutzt, um das Gloria zu modernisieren. „ So bieten wir weiterhin unseren Künstlerinnen und Künstlern ein Zuhause und unseren Gästen eine Auszeit vom Alltag“, freut sich Zscharnack.