Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Über den Dächern der DomstadtAnbau am Weltstadthaus – das wird Kölns neuer Hingucker

Lesezeit 3 Minuten

Pläne für das Weltstadthaus

Bisher waren es Gedankenspiele. Doch nun gibt es grünes Licht für die neuen Pläne zum Umbau des Weltstadthauses - auch Walfisch genannt,

Bisher waren es „nur“ Überlegungen. Das Vorhaben, dem über Kölns Stadtgrenzen bekannten Weltstadthaus des Stararchitekten Renzo Piano ein neues Gepräge zu geben. Außen wie innen. Nun nehmen diese Überlegungen konkrete Formen an. Der Stadtentwicklungsausschuss des Kölner Stadtrates hat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren gegeben. Grundlage dafür sind Entwürfe, die der Besitzer des markanten Gebäudes an der Schildergasse, das Unternehmen Mitstad, nun vorgelegt hat. Bei den Visualisierungen des Projektentwicklers wird auf den ersten Blick deutlich: Das Weltstadthaus wird zu einem neuen Gebäudekomplex transformiert. Der berühmte „Walfisch“, wie die Kölnerinnen und Kölner den elliptischen Glasbau gerne nennen, wird dabei nur noch Teil eines Großen Ganzen sein. Und auch bei der Nutzung des Gebäudes wird sich so einiges ändern.

Erste Ausnahme des neuen Höhenkonzeptes

„Der Entwurf sieht eine dreigeschossige Überbauung des Gebäudeteils entlang der Antonsgasse vor“, schreibt Mitstad über das Vorhaben. Ergänzend dazu entstehe auf dem angrenzenden Areal des ehemaligen Voegels-Gebäudes an der Cäcilienstraße ein Neubau in „Holzhybridbauweise“. Bei einem Holzhybridbau werden in der Regel die Baustoffe Holz, Beton und Stahl miteinander kombiniert. Mitstad betont, das aus „Respekt“ vor dem historischen Erbe Kölns und der Umgebung des neuen Gebäudekomplexes erste Pläne nochmals überarbeitet wurden.

Mit dem Projekt wollen wir unseren Beitrag für eine zukunftsfähige Innenstadt und die des Einzelhandels im Weltstadthaus leisten.
Kevin Meyer, Geschäftsführer Mitstad

Will sagen: Damit der Projektentwickler nicht in den Konflikt mit dem Dom kommt und die benachbarte Antoniterkirche nicht auf Dauer im Schatten versinkt, wurde vor allem in der Höhe abgespeckt. Der Erweiterungsbau bleibe nun „klar unterhalb der 40-Meter-Grenze“. Doch selbst das Einhalten dieser Grenze hat den Entwürfen im Stadtentwicklungsausschuss das Nein von SPD und Linke eingebracht. Denn in der selben Sitzung wurde nach jahrelangem Ringen das sogenannte Höhenkonzept für Köln verabschiedet. Es schreibt vor, wo in der Stadt wie hoch gebaut werden darf. Für den Bereich der Innenstadt, in dem auch das Weltstadthaus steht, ist eine Bauhöhe von 22 Metern vorgesehen. Ausnahmen sollen aber bei besonderen Projekten möglich sein – und die Pläne für das Weltstadthaus sind sogleich die erste Ausnahme.

Das Weltstadthaus soll einen mächtigen Anbau bekommen

In der Tat stellt schon bei den ersten Visualisierungen – die ja zum Idealisieren neigen – der geplante Anbau den Walfisch anscheinend in den Schatten. Muss da nicht der Protest vom Architekten Renzo Piano befürchtet werden? Das kann wohl ausgeschlossen werden, denn dessen Architekturbüro „Renzo Piano Building Workshop“ wird die Federführung bei der Weiterentwicklung des Komplexes haben, wie Midstad bekannt gibt.

Ein Gebäude, viele Nutzungen

Und diese Weiterentwicklung sieht auch für das Innenleben des Walfisches einiges an Neuerungen vor. Die für die Kölnerinnen und Kölner vielleicht „herausragendste“: In der Kuppel des Walfisches könnte laut der Visualisierungen ein Gastronomiebereich entstehen. Bisher war der Buckel des Wals unzugänglich.

Das Weltstadthaus in Köln

Das Weltstadthaus in Köln

Künftig könnte er zu einer der ersten Adressen Kölns werden, um eine Tasse Kaffee bei einem besonderen Rundumblick zu genießen. Überhaupt, eine monothematische Nutzung, wie bisher durch das Modehaus Peek & Cloppenburg wird laut der Projektentwickler der Vergangenheit angehören: „Die Immobilie kann möglichst flexibel durch zusätzliche Nutzungen wie beispielsweise Büroflächen, Hotel, Gastronomie, Veranstaltungsräume und öffentlich zugängliche Bereiche“ genutzt werden. Die Fachleute sprechen in einem solchen Fall von einem „Multi-Use-Gebäude“.

Unter der gläsernen Kuppel sollen die Besucherinnen und Besucher künftig in einem Café sitzen können.

Eine Entwicklung, die nicht zuletzt auf den Internethandel reagiert, der es so breit und groß aufgestellten Modehäusern wie Peek & Cloppenburg schwerer macht, gewinnbringend zu wirtschaften. Den sich weiter stark verändernden Einzelhandel und die entstehenden Folgen für die Innenstädte nutz der Projektentwickler, um für sein Vorhaben an der Einkaufsmeile Schildergasse zu werben: „Mit dem Projekt wollen wir unseren Beitrag für eine zukunftsfähige Innenstadt und die des Einzelhandels im Weltstadthaus leisten. Es kombiniert innovative Architektur mit nachhaltiger Stadtentwicklung und soll mit seinem attraktiven Nutzungsmix neues Leben in die Schildergasse bringen“, sagt Kevin Meyer, Geschäftsführer von Mitstad.