In Deutschland ist sie noch eher unbekannt - in Indien ist sie ein Superstar. Die fast märchenhafte Geschichte einer 22-jährigen Kölner Gesangsstudentin.
Kölner GesangsstudentinWie CassMae in Indien Millionen Fans gewinnt

Die blinde Sängerin Cassandra Mae Spittmann aus Duisburg trifft bei ihrem Besuch im Yoga Center - Isha Foundation Coimbatore in Indien den bekannten indischen Guru Sadhguru.
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Vor ein paar Tagen sang sie vor Millionen Menschen auf der Bühne eines der weltweit größten Yoga-Festivals im Isha Yoga Center im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Nach Angaben der Veranstalter sahen mehr als 140 Millionen den Auftritt von CassMae. Mit glasklarer Stimme intonierte sie Mantras. Und das, obwohl sie Deutsche ist und sich Hindi und weitere in Indien gesprochene Sprachen wie Telugu oder Marathi selbst angeeignet hat.
Die gebürtige Duisburgerin, die an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln Singer-Songwriting studiert, ist ein absoluter Indien-Fan. Begonnen habe das über eine Faszination für Indisches Essen, erzählte Cassandra Mae Spittmann - wie sie mit bürgerlichem Namen heißt - bei einem Besuch in der WDR-Sendung Kölner Treff.
Premierminister wurde auf sie aufmerksam und beförderte die Karriere
Den Grundstein für ihre Karriere in Indien legte niemand Geringeres als der indische Premierminister Modi. Er hatte ihren Gesang online gehört und prompt in seinem populären Podcast gelobt. Als „deutsche Tochter Indiens“ bezeichnete er die junge Sängerin. Über Instagram erfuhr die 22-jährige, die als Kleinkind erblindete, vom Lob.
Der Effekt: Die Zahl ihrer Fans - vor allem in Indien - wuchs sprunghaft. 821.000 Menschen folgen CassMae inzwischen auf ihrem Instagram-Kanal. Dort und bei Youtube postet sie auch ihre Eigenkompositionen, englisch-indische Fusion-Pop-Songs.
Privatkonzert im Botschaftsgarten
Selbst der deutsche Botschafter in Indien, Philipp Ackermann, empfing jetzt die junge Sängerin. „Sie hat uns nicht nur von ihrer unglaublichen Verbindung mit der Musik und den Sprachen Indiens erzählt, sie hat uns auch ein kleines Konzert gegeben“, schreibt die Botschaft begeistert auf Instagram. Die „wunderschöne Interpretation“ in der Sprache Telugu habe den Residenzgarten der Deutschen Botschaft „mit Glück und Gelassenheit erfüllt“.
CassMae kommentiert bei Instagram ganz gelassen: „Ich habe es wirklich genossen in Ihrem schönen Garten zu singen mit den Vögeln als meinem Hintergrundchor.“ Ihren Fan, Premierminister Modi hatte sie bereits 2024 bei ihrer ersten Indienreise getroffen und ihm einige Lieder vorgesungen.
Die Reaktionen auf CassMaes Auftritt auf dem Yoga-Festival sind euphorisch: „Dein Singen in Isha ist so, als seist du als Göttin gekommen." „Unglaubliche Vorstellung.“ „Du rettest die Sanatani-Kultur.“
CassMae selbst sagt gegenüber der Rundschau über ihren Auftritt auf dem Yoga-Festival: „Es war ein sehr überwältigendes Gefühl. Ich hab mich sehr gefreut, hatte aber auch gleichzeitig Angst, dass ich versage, weil das schon sehr viele Menschen sind. Ich hatte Angst, dass ich meinen Text vergesse aber irgendwie war dann das Adrenalin so hoch, dass ich einfach alles um mich herum vergessen habe.“ Als sie von der Bühne gegangen sei, habe sie erst mal Luft holen und einen Tee trinken müssen, um „runterzukommen“.
Gerade ist CassMae wieder auf dem Rückweg nach Köln. Und sie hat große Pläne. Auf jeden Fall möchte sie musikalisch weiter in Richtung Fusion gehen und englische Songs mit indischen Sprachen mischen. Ab 2026 würde sie gerne in Indien auf Tour gehen. Ansonsten sind erst einmal Auftritte auf Festivals geplant. Die Mission: „Ich möchte möglichst viele Leute von I-Pop begeistern. “