Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Bahnhofsvorplatz in KölnDie kleine Containerwache der Bundespolizei ist Geschichte

Lesezeit 2 Minuten

Am Haken: Am Dienstagmorgen wurden die in die Jahre gekommenen Container abgebaut.

Köln – Bevor sich Ratten und Mäuse in den ausgedienten Containern der Bundespolizei am Seiteneingang des Hauptbahnhofes so richtig gemütlich machen, kam am Dienstagmorgen der Kran und hievte die Container auf einen Lastwagen. „Wir brauchen die Container nicht mehr. Sie haben für uns ausgedient“, hatte eine Sprecherin der Bundespolizei schon vor vielen Wochen gesagt. Doch die Deutsche Bahn brauchte offensichtlich längere Zeit, um die in die Jahre gekommenen Behälter fortzuschaffen.

Dass die Bundespolizei in die engen Container einziehen musste, hatte sie einem mittlerweile verurteilen Täter zu verdanken. „Aus Langeweile“ , wie es der Richter sagte, hatte ein 32-Jähriger am 1. Mai 2017 die Sprinkleranlage in einer Zelle im Hauptbahnhof beschädigt – danach floss das Wasser nur so durch die Wache. Der Schaden belief sich laut Bundespolizei auf rund 140 000 Euro. Weil der Mann in einer Bahn die Notbremse gezogen hatte, nahmen ihn Bundespolizisten mit. Das Gericht verurteilte den 32-Jährigen wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung sowie Missbrauch von Notrufen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 25 Euro. Mittlerweile arbeiten die Bundespolizisten größtenteils im Containerdorf auf dem Breslauer Platz. Das ehrgeizige Ziel: Die Bundespolizei will komplett in die Buchhandlung Ludwig ziehen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Doch dies dauert. „Ich gehe nicht von einem Einzugstermin im kommenden Jahr aus“, sagte der Chef der Kölner Bundespolizei, Udo Peltzer, bei seiner Einführung. Es sei ein „komplizierter Prozess“. Die Genehmigung für das Provisorium läuft im Juni 2021 aus – kann aber verlängert werden. Peltzer betonte, dass das Containerdorf kein Dauerprovisorium sein soll.