Um den Untergang der Titanic ranken sich so manche Mythen. Mit nicht wenigen räumt die neue Ausstellung an der Oskar-Jäger-Straße auf.
Neue Schau in KölnTitanic geht in Ehrenfeld auf eine immersive Reise

Die Titanic geht wieder mal unter
Copyright: Nabil Hanano
In Bausch und Bogen untergehen, das ist eigentlich nichts, was sich ein Ausstellungsmacher wünscht. Bei dieser Ausstellung gehört das allerdings zum Konzept. Der Untergang ist in diesem Fall Erfolgsgarant. Geht es doch um die Titanic. „Wir haben bereits für das erste Wochenende über 30.000 Vorbestellungen“, kann Veranstalter Oliver Forster über „Titanic – Eine immersive Reise“ berichten. Das haben selbst die beiden Vorläuferausstellungen über den Künstler „Banski“ und die „Körperwelten“ des Anatoms Gunther von Hagens nicht erreicht. Die brachten es zu guter Letzt jeweils auf 300.000 Besucher in dem ehemaligen Autohaus an der Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld. Die Titanic-Ausstellung scheint das Zeug dafür zu haben, das noch zu toppen.
Mit Unterstützung des Titanic-Vereins
Dazu trägt der Deutsche Titanic-Verein bei. Dessen Vorsitzender Malte Fiebing-Petersen hat die Ausstellung mitkonzipiert. Und er ist angetreten, um mit so einigen Mythen rund um die Titanic aufzuräumen. An dieser Stelle müssen die Fans des Blockbusters Titanic aus dem Jahr 1997 ganz tapfer sein. Denn – oh Wunder – der Hollywood-Streifen hat es mit den Tatsachen nicht immer ganz ernst genommen.
Doch Fiebing-Peterson will den Regisseur James Cameron nicht über die Planke schicken: „Der Film ist ja auch schon über 26 Jahre alt, mittlerweile wissen wir mehr.“ Angefangen bei der berühmten Szene an der Bugspitze des Luxusliners, an der sich Jack und Rose wie die Könige der Welt fühlen durften. „Der Zutritt zu diesem Bereich des Schiffes war nur Crew-Mitgliedern gestattet“, zerstört der Titanic-Experte alle Romantik. Überhaupt sei der Kontakt zwischen 1. Klasse und 3. Klasse wie im Falle des Liebespaares strengstens untersagt gewesen. Das war vor 130 Jahren und weit weg. Heute, in Köln, läuft das ganz anders. Die kleine Bugreling wurde nachgebaut in der Ausstellung. Mag sich dort in den Armen liegen, wer auch immer will, an diesem Handy-Hotspot.

Blick aus dem Ausguck
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Die Ausstellungsstücke: Vieles stammt aus der Zeit und hat sich so auch auf der Titanic befunden, wenn auch nicht höchstselbst. Die meisten Exponate wie Essgeschirr, Wandfliesen oder Apparaturen stammen von dem Schwesterschiff Olympic, das ebenso ausgestattet war. Auf diesem Schwesterschiff entstanden auch die Pressefotos, die nun die Wände vieler Ausstellungsräume bedecken. Großformatig, hochauflösend und nachkoloriert geben sie einen Eindruck vom Prunk des Schiffes. Doch es gibt auch Originalstücke von der Titanic, wie die kleine Speisekarte für die 3. Klasse, die ein Geretteter in seiner Westentasche bei sich trug. Und auch die Fans der Hollywood-Verfilmung kommen auf ihre Kosten: Die ausgestellten Rettungswesten stammen vom Set.
Die Ausstellungsräume vermitteln eine Reise mit und durch das berühmte Schiff. Es beginnt mit dem Bau des Luxusdampfers. Im zweiten Raum gehen die „Passagiere“ an Bord. So geht es über das ebenfalls aus dem Film bekannte Treppenhaus an einer Suite vorbei in den dampfenden Maschinenraum – Schritt für Schritt dem Untergang entgegen.

Das aus dem Film bekannte Treppenhaus
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Immersiv, dieser Begriff steht dafür, dass der Besucher in die Ausstellung „eintauchen“ kann. Wo würde das besser passen als bei der Titanic. Für dieses Erlebnis stehen bei der „immersiven Reise“ vor allem drei Punkte. Die Besucher können sich auf die Brücke des Schiffes stellen. Vor ihnen ist auf einer großen Leinwand das Meer aus der Unglücksnacht nachgebildet. Zeit- und Texteinblendungen geben Auskunft über den Verlauf des Unglücks. Gleiches Prinzip, andere Stelle: Im Ausguck der Titanic stehend, sieht der Besucher den Bug im richtigen Größenverhältnis unter sich, das Meer ringsum gibt sich trügerisch ruhig – bis sie unvermittelt auftaucht, die Spitze des Eisbergs. Schließlich nimmt der Ausstellungsbesucher im letzten Ausstellungsraum Platz in einem Rettungsboot. Im 360-Grad-Blick sieht er das mächtige Schiff sinken und auseinanderbrechen.
Hoffnung auf Verlängerung
Vorgesehen ist, dass die Ausstellung bis Ende Juni läuft. Der bereits gut laufende Vorverkauf macht dem Veranstalter Oliver Forster Hoffnung auf eine Verlängerung. Jedoch: „Anstelle des ehemaligen Autohauses soll eine Wohnbebauung entstehen. Keine Ahnung, wie es um die Baugenehmigung steht. Wir machen weiter, bis die Bagger anrücken. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir noch bis Frühherbst verlängern können.“ 1912 war eine Reise auf der Titanic kostspielig. „Ein Ticket für die 3. Klasse kostete nach heutigen Verhältnissen 1000 Euro. Das war der Jahreslohn eines Arbeiters“, weiß Fiebing-Peterson. Für die Suite in der 1. Klasse mussten sogar 80.000 Euro gezahlt werden.

Einmal Kapitän der Titanic sein.
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Titanic in Ehrenfeld: Preise und Öffnungszeiten
Wer 2025 die Titanic-Ausstellung besuchen möchte, sollte ebenfalls nicht auf den Euro achten müssen: Für einen Erwachsenen (13+) kostet das Ticket am Wochenende 28 Euro (26 Euro in der Woche). Eine vierköpfige Familie zahlt am Wochenende 94 Euro (in der Woche 80 Euro). Für ein virtuelles Erlebnis mit VR-Brille im Anschluss an die Ausstellung werden nochmals 6 Euro pro Person fällig. Öffnungszeiten: Mo. , Di. , Mi. , So. und Feiertage: 10 bis 18 Uhr . Do. , Fr. , Sa.: 10 - 20 Uhr. Letzter Einlass: eine Stunde vor Ausstellungsende.
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