Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

GroßeinsatzFeuer bricht in Hennefer Seniorenheim aus – 70 Bewohner gerettet

Lesezeit 3 Minuten
Das Curanum. Im Vordergrund die Drehleiter der Feuerwehr.

Der Brand breitete sich unter dem Dach aus.

Bei einem Brand in der Einrichtung Curanum mussten 70 Seniorinnen und Senioren aus ihren Zimmern geholt und untergebracht werden.

70 Seniorinnen und Senioren mussten in der Nacht von Montag zu Dienstag wegen eines Brandes in einer Senioreneinrichtung an der Kurhausstraße von Feuerwehrleuten aus ihren Zimmern geholt und gerettet werden.

Sie waren Betroffene, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Es war ein Großeinsatz für Feuerwehren und Rettungsdienst des Kreises, der zweite innerhalb von nur 36 Stunden.

Die Einsatzkräfte im Treppenhaus

Das Pflegepersonal hatte bereits mit der Evakuierung begonnen.

Um 23.23 Uhr war die Brandmeldeanlage bei der Feuer- und Rettungsleitstelle aufgelaufen. Nur wenig später riefen Nachbarn an und berichteten von Funkenflug aus dem Dach. Der Einsatzleiter, Stadtbrandinspektor Markus Henkel, ließ sofort weitere Einheiten per Sirene nachalarmieren. Um 23.53 schließlich ließ er, erneut über Sirene, Stadtalarm auslösen und forderte vier Alarmgruppen zur überörtlichen Hilfeleistung an. Kräfte aus Bad Honnef übernahmen den Grundschutz für das Stadtgebiet. Der Teleskopmast aus Siegburg unterstützte die Nachbarfeuerwehr bei der Brandbekämpfung.

Das brennende Dach des Seniorenwohnheims.

70 Seniorinnen und Senioren aus ihren Zimmern geholt und anderweitig untergebracht werden.

Auf einem Balkon im zweiten Obergeschoss war das Feuer aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Es zog über das dritte Obergeschoss in das Mansarddach und breitete sich unter den Ziegeln im Dachstuhl aus. Flammen schlugen durch die Dachhaut. Die Hennefer Drehleiter alleine konnte den Brand nicht effektiv genug von außen bekämpfen, so dass die Siegburger Wehrleute über den Park auf der Rückseite die Löscharbeiten mit ihrem Teleskopmast starteten.

Schnell zeigte sich der Erfolg. Weitere Trupps unter Atemschutz starteten den Innenangriff. Vor allem aber brachten sie die im Mitteltrakt untergebrachten Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Pflegebereich in andere, brandschutztechnisch abgetrennte Bereiche des Gebäudes. Das Personal hatte damit schon begonnen.

Bei einem Brand in der Senioreneinrichtung Curanum mussten 70 Seniorinnen und Senioren aus ihren Zimmern geholt und anderweitig untergebracht werden.

Insgesamt 70 ältere Menschen waren betroffen und mussten ihre Zimmer verlassen.

Die Zusammenarbeit bezeichnete Henkel als hervorragend. Insgesamt 70 ältere Menschen waren betroffen und mussten ihre Zimmer verlassen. Die ersten 14 wurden noch während der Löscharbeiten in ein zweites Haus des Trägers in Hennef gebracht.

Die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) hatte zur Betreuung und zum Transport zwei Busse zur Verfügung gestellt. Für den Rettungsdienst wurde ein so genannter Massenanfall von Verletzten, ein MANV, ausgelöst. 19 Rettungswagen, fünf Krankentransportwagen, vier Notärzte, der Leitende Notarzt sowie der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes und Organisationsleiter des Rettungsdienstes eilten nach Hennef.

Die Senioren werden zum Bus gebracht.

Die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) hatte zur Betreuung und zum Transport zwei Busse zur Verfügung gestellt.

Die Feuerwehrleute erledigten derweil Schwerstarbeit. Unter Atemschutz trugen sie einige der Seniorinnen und Senioren, mit Fluchthauben ausgestattet, durch die Treppenhäuser ins Freie. Denn der Rauch hatte sich über das zweite und dritte Obergeschoss verteilt. Vor der Tür wurden sie von Mitarbeitern des Rettungsdienstes in Empfang genommen und von einem Arzt begutachtet. Einige der bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohner konnten direkt mit speziellen Tüchern, die unter dem Laken über die Matratzen gespannt sind, getragen werden.

Zwei Angestellte des Ordnungsamts kümmerten sich darum, dass der Einsatz reibungslos verlaufen konnte. Sie mussten den Halter eines geparkten Pkw ermitteln, damit der Bus mit den Evakuierten wegfahren konnte.

Die Feuerwehr im Einsatz am Seniorenheim.

Insgesamt waren rund 140 Feuerwehrleute im Einsatz, allein 99 aus Hennef.

60 Menschen konnten in dem zweiten Haus des Trägers untergebracht werden, die restlichen konnten auf andere Senioreneinrichtungen verteilt werden. Einsatzleiter Henkel ging davon aus, dass zahlreiche Zimmer in den kommenden zwei bis drei Tagen nicht bewohnbar sind. Sie müssen erst gründlich gereinigt werden. Außerdem setzte das Löschwasser den Holzböden zu. In einer Wohnung brannten Teile des Inventars. Dort wird die Sanierung sicher länger andauern, ebenso wie die des Daches und der Balkone.

Insgesamt waren rund 140 Feuerwehrleute im Einsatz, allein 99 aus Hennef. Kreisbrandmeister Stefan Gandelau und sein Stellvertreter Markus Zettelmeyer unterstützten Henkel. Bürgermeister Mario Dahm machte sich selbst ein Bild von der Lage. Die Kurhausstraße musste für mehr als vier Stunden gesperrt werden.